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Zu 99 Prozent zufrieden und stolz

Das neue Eisstadion ist drei Monate in Betrieb. Die Nieskyer haben es angenommen. Einige Mängel ärgern sie noch.

© André Schulze

Von Steffen Gerhardt

Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Das ist schon ein Erlebnis für die Fünftklässler, das neue Eisstadion in Niesky. Die Gymnasiasten aus der 5/1 drehten am Montagnachmittag mit ihrer Sportlehrerin viele Runden auf dem Eis. Sportunterricht und Freizeitvergnügen wurden in zwei Stunden gebündelt – und die roten Gesichter am Ende des Eislaufens zeigten, dass es nicht nur Freude macht, sondern auch anstrengend sein kann.

Kinder für den Eislauf und das Eishockey zu begeistern, ist eine Aufgabe, die der Nieskyer Eislaufverein (ELV) ganz oben auf seiner Liste stehen hat. Das bestätigt ELV-Präsident Jörn Dünzel. Seit drei Monaten ist das neu gebaute Eisstadion in Betrieb. „Dabei fallen mir zuerst nur positive Dinge ein“, sagt der Präsident. Das Dach lässt das frühere Schneeschieben auf der Eisfläche überflüssig werden, die Zuschauer stehen im Trockenen, ebenso die Spieler auf dem Eis. Für den Nachwuchs sind die Bedingungen gleichfalls besser geworden. Dazu zählen auch das Unterbringen und die Versorgung im Stadion. Bei letzterer ist das Bürgerhaus gefragt. GWG-Geschäftsführer Wilhelm Fischer sagt, dass für die Mitarbeiter und Aushilfskräfte die Arbeitsbedingungen sehr gut sind und die Gäste die Angebote aus dem Imbiss und den drei Getränkewagen gut in Anspruch nehmen.

Drei Kindereinrichtungen in der Stadt Niesky nutzen das Angebot des ELV. Die Mädchen und Jungen machen ihre ersten Schlittschuherfahrungen auf dem Eis. „Wir würden gern noch mehr Kinder zu uns holen, aber da ist leider das Problem mit dem Transport“, erklärt Jörn Dünzel. Denn seit der Verein auf keine Ein-Euro-Jobber mehr zurückgreifen kann, fehlt der Fahrdienst. Ein Problem, das auf dem ELV-Stammtisch am 15. Januar thematisiert wurde. Die Stadt kann keine Unterstützung geben. Wie OB Beate Hoffmann erklärte, sind auch bei anderen Vereinen in Niesky die Anträge auf Ein-Euro-Jobber gestrichen.

Was den Bau des neuen Eisstadions betrifft, hatte die Oberbürgermeisterin bereits auf ihrem Neujahrsempfang betont, dass es zwar Pro und Kontra zu dieser Millionen-Investition gibt. Die Nieskyer haben ihr neues Eisstadion aber angenommen. Das zeigen die Besucherzahlen. Beim freien Laufen war bisher der stärkste Monat der Dezember mit fast 6 000 kleinen und großen Eisläufern. Begünstigt durch die freien Tage zum Jahresende, wurden die Angebote besonders stark angenommen, sagt Sabine Michler, Verwaltungsleiterin bei den Stadtwerken Niesky als Betreiber des Eisstadions. Gespannt sei man auf den Februar, wo zwei Wochen Winterferien zusätzliche Freizeit schaffen. Ansonsten bewegen sich die Besucherzahlen zwischen zwei- und dreitausend im Monat. Bisher über 13 000. Dazu kommt noch das Publikum zu den Spielen der Tornados.

Für sie soll sich der Aufenthalt noch verbessern. Sitzplätze sind sehr rar. Denn nimmt man auf den Schemeln an der Bande Platz, hat man keinen freien Blick auf das Spielfeld. Der ELV plädiert für eine Tribüne mit Sitzplätzen, für die es auf der südlichen Längsseite noch Platz hätte. „Wir haben dazu unsere Vorstellungen. Diese sind mit der Stadt und den Stadtwerken noch abzustimmen“, sagt der ELV-Präsident. Denn etwas Selbstgezimmertes hat keinen Bestand. Diese Erfahrung machte der ELV bereits vor der Eröffnung. Der Tüv versagte die Genehmigung für den Eigenbau.

Die Barrierefreiheit ist noch nicht optimal gelöst, kritisieren Rollstuhlfahrer. Die Sichtblende der Bande ist so hoch, dass im Rollstuhl sitzende Zuschauer nicht darüber auf das Spielfeld schauen können. Hier sind Veränderungen notwendig.

Ein weiteres Problem offenbart sich in der Kabine der Spielleitung. In dieser Glasvitrine hat sich Schimmel an den Holzbänken und Tischen gebildet und es riecht nach feuchtem Keller. Ursachen sind hohe Luftfeuchte und fehlende Belüftung der Kabine. Abhilfe sollen vorerst zwei vom Verein aufgestellte Ölradiatoren schaffen.

Ebenso schwächelt die zur Eröffnung noch gut funktionierende Tonanlage. Der Stadionsprecher ist nicht überall in der Halle über die Lautsprecher zu verstehen, wurde zum Stammtisch kritisiert. Aber es gibt auch Lob – für die sehr gute Qualität des Eises. „Der komplette Neuaufbau des Untergrundes sorgt dafür“, sagt Sabine Michler. War die Eisschicht vorher 20 Zentimeter stark und doch uneben, so genügen jetzt fünf Zentimeter Eis für eine spiegelglatte Spielfläche. Das spart Energie – und die anfangs erwähnten Schneeschieber sowieso, denn es gibt ein Dach drüber.