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Zu jung für Hochprozentiges

Pascal Wehrlein sucht ein neues Team in der Formel 1. Sein Alter steht ihm dabei gehörig im Weg.

© dpa

Von Thomas Weitekamp

Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps? Ganz so einfach ist es in der Formel 1 nicht. Das muss Pascal Wehrlein in diesen Tagen auf kuriose Art erfahren. Denn ein Spirituosen-Hersteller hat gerade gewaltigen Einfluss auf das Berufsleben des 22-Jährigen – und bringt ihn vielleicht um seine Zukunft in der Königsklasse.

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„Ich habe bislang alle Punkte für Sauber eingefahren und meinen Teamkollegen auch in den meisten Qualifyings geschlagen. Was soll ich sonst noch tun“, sagt Wehrlein vor dem Großen Preis von Malaysia am Sonntag über seinen möglicherweise vergeblichen Kampf um ein Cockpit.

Sportlich überzeugt der Deutsche, doch das Leistungsvermögen hat eben nicht den größten Einfluss auf die Vergabe der begehrten Plätze in der Formel 1. Wehrleins Problem: Gleich zwei mögliche neue Arbeitgeber scheiden aus, weil sie mit dem Deutschen nicht weltweit für harten Alkohol werben dürfen – Wehrlein ist zu jung.

Eigentlich wären Williams und Force India zwar sinnvolle Optionen. Denn Wehrlein ist Vertragsfahrer bei Mercedes, und beide Teams beziehen ihre Motoren vom deutschen Hersteller. Das erleichtert Verhandlungen im Normalfall enorm. Doch der Traditionsrennstall Williams ist eng mit seinem Titelsponsor Martini verbunden, und der darf für seinen hochprozentigen Aperitif in einigen Ländern nur mit Personen werben, die älter als 25 Jahre sind. Der kanadische Teenager Lance Stroll (18) ist dank der Millionenspenden seines schwerreichen Vaters auch für 2018 gesetzt. Damit ist der Platz, den aktuell Routinier Felipe Massa (36) inne hat, für Wehrlein nicht zu haben.

Ein ähnliches Problem ergibt sich bei Force India durch Whisky-Sponsor Johnnie Walker. Dort steht der junge Franzose Esteban Ocon (21), ebenfalls ein Mercedes-Junior, nicht zur Diskussion. Auch Force India braucht also einen älteren Fahrer, der ohnehin starke Sergio Perez (27) wurde für 2018 bereits bestätigt.

Damit gerät eine der vielversprechendsten deutschen Motorsportkarrieren ins Stocken, vielleicht scheitert sie sogar – an den komplizierten Abhängigkeiten in der Formel 1. Denn bei Sauber darf Wehrlein mit ziemlicher Sicherheit nicht bleiben, weil Ferrari im Zuge des neu aufgelegten Motorendeals Ansprüche stellt.

Die Scuderia will Sauber als Ausbildungsteam nutzen, ein Ferrari-Nachwuchsfahrer soll im nächsten Jahr Wehrleins Cockpit erhalten. Top-Favorit ist der Monegasse Charles Leclerc (19), der am Freitag in Malaysia schon eine Trainings-Session für die Schweizer bestreiten wird. Viel Hoffnung gibt es für Wehrlein nicht mehr. Der hofft weiter auf das Verhandlungsgeschick seiner Bosse, doch die haben es schwer, seinen Job zu retten. Manchmal ist Schnaps eben nicht einfach nur Schnaps. (sid)