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Zu Tisch, bitte

SPD-Chef Martin Dulig zieht mit einem robusten Möbel in den Wahlkampf.

© Goetz Schleser

Von Thilo Alexe

Der Tisch ist wuchtig. Das massive Abholmöbel eines nordischen Konzerns mit I war bestimmt schwer in die Küche des SPD-Fraktions- und Landeschefs Martin Dulig zu bugsieren. Und genau so schweißtreibend wieder rauszuholen. Doch der sozialdemokratische Spitzenkandidat hat es getan. Mit dem Tisch will er im Landtagswahlkampf durch Sachsen ziehen, um am selbigen mit Menschen ins Gespräch zu kommen.

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„Die modernste Form ist auch die älteste Form, nämlich miteinander zu reden“, sagt Dulig über seinen Kommunikationsstil. Der 40-Jährige weiß aber auch, dass es solche Inszenierungen braucht, um den Bekanntheitsgrad zu steigern. Der liegt je nach Art der Befragung zwischen 27 und 40 Prozent – zu wenig für jemanden, dessen Partei sich am Wochenende ein Regierungsprogramm geben will.

Der Wahlkampf ist auf Dulig zugeschnitten. Komiker Ingo Appelt und Schlagerstar Roland Kaiser unterstützen den SPD-Mann. In der vergangenen Woche lagen in zwei Millionen sächsischen Haushalten Broschüren in den Briefkästen. Auf dem Titel ist Dulig zu sehen. „Kennen Sie diesen Mann? Er spielt Trompete und hat sechs Kinder“, heißt es dazu. Und dass er Maurer mit Abitur ist, aber mies bügelt.

Etwas mehr als zehn Prozent der Stimmen hat die SPD bei der vorigen Landtagswahl erhalten. Demoskopen sehen sie jedoch derzeit stärker. Neben der personalisierten Kampagne, die sogar kurz und knapp an der Sachsenurlaubshochburg Ostseeküste laufen soll, geht es natürlich um Inhalte. Der gestern am Tisch unter Bäumen vorgestellte Programmentwurf sieht mehr Kitaerzieher und Lehrer, Bürokratieabbau und die stärkere Finanzausstattung der Kommunen vor.

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Dulig ist, wie er sagt, offen für ein Bündnis mit Linken und Grünen, aber auch für eine Koalition mit der CDU. Die SPD soll als „moderne Sachsenpartei“ rüberkommen. Mit brachialer Kritik an der Union hält sich Dulig zurück, lobt sogar die Ex-Regierungschefs Biedenkopf und Milbradt. Und auch derzeit werde Sachsen gut verwaltet. „Aber das reicht nicht aus.“