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Zu viel Geld für Motocross in Bannewitz?

Für weitere Planungen zu einer Cross-Strecke an der B 170 will Bannewitz Geld locker machen. Das sorgt für Kritik.

© Archiv/Karl-Ludwig Oberthür

Die Pläne der Gemeinde Bannewitz, für Untersuchungen zu einer dauerhaften Motocross-Strecke an der B 170 weiteres Geld auszugeben, stoßen auf Kritik. Denn für einen Bebauungsplan für einen Cross-Betrieb nördlich des Gewerbegebietes hat die Gemeinde Planungskosten von 50 000 Euro in den Etat eingestellt. „Während mehr als 400 Bannewitzer Kinder um den Fortbestand ihrer Musikschule bangen, wird für die Randsportart großzügig Geld bereitgestellt“, moniert Michael Reichel.

Als Freizeitsportart sei Motocross lediglich eine freiwillige Aufgabe der Gemeinde. Hier bestünde ein falsches Verhältnis im Hinblick auf die Schwerpunkte der Investitionen. „Gerade vor dem Hintergrund der Diskussion zu den Musikschulen sollte sich jeder Gemeinderat fragen, wie kann ich das wenige Geld vielen zugutekommen lassen?“, argumentiert Reichel. Diese Überlegung sei aber im jüngsten Beschluss zum neuen Haushalt zu kurz gekommen.

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Der Bannewitzer ist nicht nur in der Bürgerinitiative „Motocross am Wohngebiet – hier nein“ aktiv, die sich gegen die dauerhaften Cross-Pläne einsetzt, sondern auch Mitglied in der CDU Bannewitz. Genauso wie Michael Reichel vertritt die CDU-Fraktion im Gemeinderat eine kritische Haltung gegenüber den Cross-Plänen. Roland Auxel (CDU) zweifelte jüngst an, ob eine Motocross-Strecke überhaupt von Interesse für die Jugend in Bannewitz ist. In der umfassenden Befragung von Jugendlichen, die voriges Jahr von der Gemeinde selbst in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendstiftung durchgeführt wurde, hätte seitens der Jugend nicht der Wunsch nach einem Motocross-Gelände bestanden.

Nach Angaben des Motocross-Club Bannewitz, der die Piste dauerhaft betreiben will, sei dagegen die Nachfrage groß. Auch die Rathausspitze und die Mehrheit der Gemeindevertreter, die im Juni 2018 die Untersuchungen zum Motocross anschoben, wollen der Bannewitzer Tradition eine Chance geben. Ohne einen Bebauungsplan könne nicht untersucht werden, ob das Gelände überhaupt für Motocross-Zwecke taugt, erklärte dazu Bürgermeister Christoph Fröse. Diese Untersuchungen würden nun mal Geld kosten. Sollte sich herausstellen, dass sich das Gelände nicht für einen dauerhaften Cross-Betrieb eignet, werde die Strecke zurückgebaut, versichert Fröse.

Besagte 50 000 Euro seien zunächst nur unter Vorbehalt eingeplant. Erst wenn das Lärmschutzgutachten grünes Licht für weitere Untersuchungen zulässt, werde die Planung vorangetrieben. Auch der Motocross-Club soll sich finanziell beteiligen.

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