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Zuckerfrei Tag 3 - Jetzt gibt's Süßes!

Nach einem beschwerlichen Start in die Woche sucht Sächsische.de-Redakteur Henry Berndt jetzt nach Alternativen zum guten alten Zucker.

Von Henry Berndt
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Ist das noch Verzweiflung oder schon Wahnsinn? Sächsische.de-Redakteur Henry Berndt testet jetzt Süßstoff.
Ist das noch Verzweiflung oder schon Wahnsinn? Sächsische.de-Redakteur Henry Berndt testet jetzt Süßstoff. © Henry Berndt

Die gute Nachricht: Die Schwindelanfälle und auch die miese Laune sind verflogen. Ein Abbruch meiner Zucker-Challenge steht daher momentan nicht mehr im Raum.

Dennoch gibt es immer wieder Situationen, in denen in diese Woche verfluche. Zum Beispiel gerade eben, als ich im Großraumbüro mal wieder an einer Packung mit Schokoriegeln vorbeigehen musste, die ein lieber Kollege provokant und zur freien Verfügung dort platziert hat. Gleiche daneben steht eine Schüssel mit Spekulatius. 

Das ist doch unmenschlich!!!!

Dennoch bin ich bislang standhaft geblieben. Damit sich daran auch nichts ändert, habe ich mir heute mal Möglichkeiten angeschaut, wie ich Lebensmittel ohne Zucker süßen kann.

Genau zu diesem Zwecke gibt es Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe. Die klingen oft ziemlich unromantisch und stellen hohen Anforderungen an die Orthographie: Surcalose, Thaumatin, Erythrit oder Xylit zum Beispiel.

Während die Süßstoffe zumindest einen natürlichen Ursprung haben, stammen die Austauschstoffe aus dem Labor.

Auf ein solches Mahl sollte man besser verzichten.
Auf ein solches Mahl sollte man besser verzichten. © Henry Berndt

Aus dem Supermarkt hole ich mir testweise einen flüssigen Süßstoff und einen Tablettenspender. Auf dem Süßstoff ist zu lesen, dass er sich unter anderem aus Natriumcyclamat, Saccharin-Natrium und Thaumatin zusammensetzt. Klingt lecker!

Der Test direkt aus der Flasche beweist: Das Zeug taugt definitiv dazu, jedes erdenkliche Lebensmittel zu süßen. Wahrscheinlich sogar Zuckerwatte.

Die kleinen weißen Pillen "mit Steviolglykosiden aus der Stevia-Pflanze" hören sich ein bisschen natürlicher an. Einen geschmacklichen Unterschied kann ich nicht ausmachen.

Christina Marquardt, die Diätassistentin, die mir in dieser Woche mit Rat und Tat zur Seite steht, verrät mir, dass Süßstoffe eine mehr als 10.000 Mal größere Süßkraft haben als Zucker. Einen großen Schluck aus der Pulle sollte man also lieber vermeiden und lieber vorsichtig rangehen.

Das Gute an den Stoffen ist: Sie sind praktisch frei von Kalorien und verursachen kein Karies. Trotzdem sieht sie Christina Marquardt eher kritisch. Bislang gebe es keine ausreichenden Studien zu den Folgen des Konsums. Auf jeden Fall wirken sie in größeren Mengen abführend. Einige Stoffe stehen sogar im Verdacht krebserregend zu sein.

Nach kurzem Besinnen entscheide ich mich: künstliche Zucker brauche ich nicht. Wenn ich am Ende dieser Woche (und hoffentlich nicht eher) unbedingt Süße schmecken möchte, dann greife ich wieder zum "echten" Zucker - oder wahlweise zum Honig.

Und was sagt ihr dazu? Bin ich damit auf dem Holzweg?

Habt Ihr Tipps, Kritik oder andere Anmerkungen zur Zucker-Challenge? Schreibt mir an [email protected] oder ruft mal durch unter 0351 48642234.