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Züge aus Schrott in der Ausstellung

Der Pulsnitzer Ratskellerwirt Michael Voigt ist ein echter Bastler. Er lädt zum Spur-0-Spielen in den Ratssaal ein.

Michael Voigt, Wirt des Pulsnitzer Ratskellers. Sein Bastlerherz gehört den Zeuke-Bahnen, eine Modellbahn der Spur 0.
Michael Voigt, Wirt des Pulsnitzer Ratskellers. Sein Bastlerherz gehört den Zeuke-Bahnen, eine Modellbahn der Spur 0. © Frank Sühnel

Pulsnitz. Michael Voigt, der Ratskellerwirt, ist nicht nur leidenschaftlicher Koch, sondern ebenso enthusiastischer Bastler. Sein Bastlerherz gehört den Zeuke-Bahnen, eine Modellbahn der Spur 0. Die Herstellerfirma gibt es schon lange nicht mehr und der Markt für die Modelle ist nur noch klein. Raritäten sind Mangelware. Also baut er manche Züge selbst: „Aus Schrott sozusagen, aus noch vorhandenen Teilen und selbst hergestellten Komponenten habe ich einen Triebwagen mit einem Skianhänger gebastelt. Die Wagendächer habe ich aus alten Blecheimern aus der Pfefferküchlerei Löschner gemacht, die eignen sich gut“, sagt Michael Voigt. Denn bei diesen Bahnen kommt es nicht auf irgendwelche Originaltreue zum realen Vorbild an, sondern auf Fantasie, Kreativität und Spaß. „Es ist auch keine Modellbahn in dem Sinne, sondern eine Spielbahn, ein Spielzeug“, weiß er und fügt schmunzelnd hinzu: „Nicht nur für Kinder!“

Der große Moment seiner neuesten Bastelei kommt am vorletzten Januarwochenende. Zum 12. Mal wird im Ratssaal eine große Gleisanlage aufgebaut sein. Dort wird der Zug fahren. Zuerst am Sonnabend, dem 19. Januar, beim sogenannten Zeuke-Stammtisch, bei dem die Experten unter sich sind und zu allem, was es in dem Bereich Neues gibt, fachsimpeln. Und am Sonntag kommt nicht nur der neue Triebwagen zum Einsatz. Es werden außerdem viele andere Lokomotiven und Wagen auch. Ab 10 Uhr, bis gegen 16 Uhr, lädt der Wirt zum offenen Spielen ein.

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Auch Beratung und Tausch

Fünf Gleiskreise stehen bereit, auf denen die Eisenbahnfans verschiedene Züge, die der Ratskellerwirt beisteuert oder aber ihre eigenen mitgebrachten Spur Null-Fahrzeuge zum Rollen bringen dürfen. „Alle, die Lust haben und über Modelle der Spur Null verfügen, ob das nun Zeuke ist oder Märklin, Bub, Kraus-Fandor oder oder, sind zum Spielen herzlich eingeladen“, sagt der Ratskellerwirt. Dabei sei es auch egal, ob es sich um Gleich- oder Wechselstromlokomotiven handelt, beides sei möglich. Man fährt analog mit 20 Volt.

Doch nicht nur zum Spielen lohnt es sich zu kommen. Auch Beratungen, Tausch und Reparaturen sind möglich. Und der Bastler ruft dazu auf: „Schauen Sie mal auf dem Dachboden nach, ob da nicht doch noch etwas von der alten Spielzeugeisenbahn zu finden ist und bringen Sie es mit!“ Denn es hat sich gezeigt, dass so mancher Schatz im Verborgenen schlummert.

Offenes Spielen im Ratssaal des Ratskeller Pulsnitz, Am Markt 2, Sonntag, 20. Januar, von 10 Uhr bis 16 Uhr. 1035955 77759

www.spur-null.de, www.spur0-zeuke-stammtisch.de

1946 fing der Feinmechaniker Werner Zeuke in Berlin Köpenick an, Einzelanfertigungen von Spur-Null-Modellen (32 Millimeter Spurweite, Maßstab 1:43) herzustellen. Schnell entwickelte sich eine handwerkliche Serienfertigung. Die Lokomotivgehäuse bestanden aus Aluminiumguss, später auch aus Blech und Bakelit. 

Gemeinsam mit Helmuth Wegwerth gründete Zeuke 1947 die Zeuke und Wegwerth KG, die die Serienfertigung der Null-Spur-Bahnen aufnahm.

Ende der 50er-Jahre kamen erste TT-Modelle (1:120) dazu, zu deren Gunsten 1962 die Produktion von Null-Spur-Material eingestellt wurde.

1972 erfolgte die Verstaatlichung zum VEB Berliner TT-Bahnen, 1990 die Reprivatisierung.

Im Jahr 1993 ging die Firma in den Tillig-Modellbahnen (Sebnitz) auf. Werner Zeuke starb 2001.

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