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Züge sollen öfter auf Dörfern halten

Die geplante Streichung von Stopps in kleinen Gemeinden war auf massiven Widerstand gestoßen. Jetzt wurde das Konzept überarbeitet.

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© Uwe Soeder

Von Sebastian Kositz

Bautzen. Nach der massiven Kritik an den Plänen für den Bahnverkehr in der Oberlausitz haben die Verantwortlichen beim Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon) jetzt nachgebessert. In dem nun neu vorgelegten Konzept ist die zunächst angedachte Streichung von kleineren Halten bei einzelnen Zügen auf der Strecke zwischen Bischofswerda und Görlitz zumindest teilweise zurückgenommen worden. Zudem sei auch das Angebot für die Strecke zwischen Zittau und Dresden im Gegensatz zu den ursprünglichen Absichten noch einmal aufgestockt worden.

Der Verkehrsverbund will ab Ende 2018 umfangreiche Änderungen an den Fahrplänen auf den Strecken nach Görlitz und Zittau vornehmen. Im Fokus stehen schnellere Verbindungen zwischen den Städten in der Oberlausitz und Dresden. Die Pläne sahen mehr Expresszüge vor – und weniger Halte an den kleinen Stationen. Der Zvon hatte das allen voran mit den Fahrgastzahlen begründet. Demnach steigen 90 Prozent der Mitfahrenden an den großen Halten in Bischofswerda, Bautzen, Löbau und Görlitz ein. Gegen das Ansinnen hatte sich allerdings Widerstand formiert. Bürgermeister aus betroffenen Gemeinden, aber auch Vertreter der hiesigen Wirtschaft hatten sich dagegen ausgesprochen.

Bautzens Landrat Michael Harig (CDU), zugleich Chef des Verkehrsverbundes, hatte daraufhin neue Verhandlungen angekündigt und das Konzept auf den Prüfstand stellen lassen. Heftig umstritten waren vor allem Absichten, die bislang als Regionalbahnen verkehrenden Züge zwischen Bischofswerda und Görlitz in Expresszüge umzuwandeln. Damit würden Halte wie Demitz-Thumitz, Seitschen, Kubschütz, Pommritz oder Breitendorf künftig nur noch durch die im Zweistundentakt rollende Regionalbahn von Görlitz nach Dresden bedient – und damit quasi nur noch halb so oft wie bisher. Zwar wird an den Plänen für die Expresszüge zwischen Görlitz und Bischofswerda im Grundsatz nicht gerüttelt. Aber: Einzelne Triebwagen der neuen Linie sollen nun doch in Pommritz, Seitschen und Demitz-Thumitz halten, um auch weiterhin für die Berufspendler eine gewisse Flexibilität zu gewähren, wie es in dem überarbeiteten Papier heißt.

Der überarbeitete Nahverkehrsplan soll am kommenden Montag in einer Sondersitzung des Technischen Ausschuss des Kreistags vorgestellt werden.