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Radebeul

Müllplätze in Coswig brennen

Fünf Mal musste die Feuerwehr in der Nacht zum Freitag ausrücken, weil einige Lust am Zündeln hatten.

Am 22. Juni vergangenen Jahres brannte es gegen 22 Uhr auf dem Gelände des Entsorgungsunternehmens Nestler. Auch damals wurde wegen Brandstiftung ermittelt, so wie jetzt im Falle der abgefackelten Mülltonnen.
Am 22. Juni vergangenen Jahres brannte es gegen 22 Uhr auf dem Gelände des Entsorgungsunternehmens Nestler. Auch damals wurde wegen Brandstiftung ermittelt, so wie jetzt im Falle der abgefackelten Mülltonnen. © xcitepress/ce

Coswig. Zwischen 23.30 und 4.30 Uhr in der Nacht von Donnerstag zu Freitag ist die freiwillige Feuerwehr zu fünf Einsätzen an brennende Müllplätze in Coswig gerufen worden. „Das ging aller Stunden bzw. aller anderthalb Stunden so“, erklärte Wehrleiter Andreas Schorbogen. Teilweise seien die Kameraden schon auf dem Heimweg gewesen, als sie erneut gerufen wurden. „Da waren Bürger am Werk, die Spaß daran hatten, die Feuerwehr zu ärgern.“

Was das denn für Leute gewesen sind, lautet die Frage: Die meisten wären mehrfach und an verschiedenen Brandstätten zu sehen gewesen, antwortete der Wehrleiter. „Zwei dieser Problembürger mit Sternburger in der Hand sind an allen fünf Stellen gewesen. Dann hat sie die Polizei schließlich gründlich kontrolliert.“ Ein Mann sei mit nach Dresden genommen worden, wahrscheinlich, weil seiner Kleidung etwas anhaftete, das einen Hinweis auf das Brandgeschehen hätte geben können, so der Wehrleiter: „Es ist äußerst schwer, jemandem eine Brandstiftung nachzuweisen, man muss quasi daneben stehen.“

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Coswigs Oberbürgermeister Thomas Schubert hofft, „dass endlich die Verursacher aufspürt werden.“ Er habe gedacht, dass es nach der Serie vom April ein Ende mit den Brandstiftungen habe. Zumal die Polizei damals einen Tatverdächtigen aufgegriffen habe. Aber, wie sich nun zeige, sei diese Hoffnung trügerisch gewesen. „Ich weiß, dass es in der Bevölkerung Ängste wegen der Brandstiftungen gibt und auch Frust darüber, dass es nicht gelingt, die Täter zu fassen.“

Auf Nachfrage bei der Pressestelle der Polizeidirektion Dresden macht Sprecher Stefan Grohme genauere Angaben zu den Coswiger Vorgängen. Danach habe es 23.50 Uhr, 1.00 Uhr und 2.20 Uhr in einem Containerplatz Am Ringpark gebrannt. „Dort ist ein deutscher Tatverdächtiger gefasst worden. Ob er für die Brände verantwortlich ist, ist Gegenstand der Ermittlungen.“

Der vierte Brand wurde für 3.30 Uhr an der Lößnitzstraße gemeldet, der fünfte genau eine Stunde später an der Radebeuler Straße. „Anwohner haben zwei Jugendliche wegrennen sehen. Das heißt, dass der zuerst Aufgegriffene nicht für diese beiden Brände verantwortlich sein kann.“

Zuletzt hatte es im April eine Reihe von Bränden im Neubaugebiet an der Dresdner Straße gegeben. Damals mussten 13 große und kleine Brände in einer Nacht gelöscht werden. Neben Müllplätzen war auch eine große Papierpresse am Coswiger Kaufland betroffen. Weil die Coswiger es nicht allein schaffte, wurden auch die Wehren aus Radebeul und Weinböhla alarmiert. Die Polizei schnappte noch in der Nacht einen Tatverdächtigen. „Das waren katastrophale Zustände. Wir sind wie die Hasen durchs Neubaugebiet gerast“, hatte Andreas Schorbogen damals in der SZ erklärt.

Schon zwischen 2009 und 2011 hatte es in dem Wohngebiet an der Dresdner Straße eine Brandserie gegeben.

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