Merken

Zug pünktlich?

Auf Bischofswerdas Bahnhof werden Reisende wieder besser informiert. Eine neue Anzeige kann mehr als die alte.

Teilen
Folgen
© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

Bischofswerda. Mehrere Monate mussten Reisende auf dem Bischofswerdaer Bahnhof auf die große Tafel mit den Abfahrtszeiten verzichten. Erst gab es immer wieder Störungen, dann fiel sie ganz aus. Im vergangenen Jahr wurde sie abgebaut und jetzt durch eine neue ersetzt. Diese bringt nicht nur den alten Service zurück, sondern gegenüber der bisherigen Tafel für Reisende auch einige Verbesserungen.

Die markanteste Veränderung: Auch blinde und sehschwache Menschen können die Tafel jetzt nutzen. An deren Mast befinden sich zwei gelbe Schalter – auf einer Höhe, die auch Menschen im Rollstuhl erreichen können. Eine kurze Berührung und schon werden Ziel,

Neu ist auch, dass die Abfahrtszeiten von Bussen und Bahnen jetzt auf getrennten Feldern angezeigt werden. Das macht die Sache übersichtlicher. Zugverspätungen waren auch schon auf der alten Tafel zu sehen. Nun gibt es diesen Service auch für Busabfahrten

Kleine Einschränkungen werden behoben

Informiert wird auch – wie schon bisher – über die Bahnsteige, von denen die Züge abfahren. Die Stände der Linienbusse werden dagegen noch nicht angezeigt. Ein Manko, das man auch beim Verkehrsverbund Zvon erkannt hat und das man abstellen möchte. In den nächsten Wochen werde das Anzeigensystem noch perfektioniert, sagt Geschäftsführer Hans-Jürgen Pfeffer. Auch „Kinderkrankheiten“ der Technik sollen behoben werden. Zum Beispiel dass Zugabfahrten gelegentlich auf der für Busse gedachten Seite erscheinen. Verbesserungsbedarf gibt es ebenfalls bei der Computerstimme, die die Abfahrten ansagt. Bei den Liniennummern von Bussen heißt es zum Beispiel 1-9-1 statt 191.

Der Zvon führt schrittweise die modernen Infotafeln auf größeren Bahnhöfen ein. Man findet sie bereits in Görlitz, Löbau, Niesky, Weißwasser und Zittau. Man wolle es den Fahrgästen leicht machen, sich über Abfahrtszeiten zu informieren und ihren Anschluss zu erreichen, sagte Landrat und Zvon-Verbandschef Michael Harig (CDU). Die 115 000 Euro teure Investition sieht er gerade in Bischofswerda gut angelegt. Der hiesige Bahnhof sei „verkehrstechnisch die Drehscheibe im Landkreis Bautzen“, sagt er. Hier trifft die Strecke aus Zittau und Liberec auf die Verbindung zwischen Dresden und Görlitz. Rund 1 400 Menschen steigen im Tagesdurchschnitt auf dem Bischofswerdaer Bahnhof ein, aus oder um. Eine „sehr gute Zahl“, sagt der Leiter des Dresdner Bahnhofmanagements Heiko Klaffenbach. Hinzu kommen an Schultagen rund 1 000 Fahrgäste in den Bussen.

Keine Lösung beim Fahrstuhl-Problem

Die neue Tafel soll die Lautsprecheransagen auf dem Bahnhof nicht überflüssig machen. „Wir wollen die akustische Information der Reisenden beibehalten. Letztendlich ist es aber eine unternehmerische Entscheidung der Bahn“, heißt es dazu beim Verkehrsverbund Zvon.

Keine befriedigende Lösung gibt es dagegen hinsichtlich der fehlenden Fahrstühle. Ohne sie können Leute im Rollstuhl die Bahnsteige 2 und 3 überhaupt nicht und Reisende mit Kinderwagen nur schwer und oft nur mit Hilfe von anderen Fahrgästen erreichen. Fahrstühle sind nach wie vor ein Thema, versicherte Heiko Klaffenbach, auf Anfrage der SZ. Doch der Einbau verzögert sich weiter. Nach dem derzeitigen Stand sei „nicht vor 2020“ damit zu rechnen. Im Zuge der jetzt laufenden Vorplanung prüfe die Bahn, ob zuerst die Fahrstühle eingebaut und später die Bahnsteige saniert werden oder ob man beide Arbeiten miteinander koordiniert.