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Meißen

Zuhören ist eine deutsche Tugend

Peter Anderson über den Sinn und Unsinn von Wahlforen.

Peter Anderson kommentiert.
Peter Anderson kommentiert. ©  Fotomontage SZ

Fast bis zum Schluss ist das Meißner Wahlforum der Landesanstalt für politische Bildung und der Sächsischen Zeitung am Dienstagabend in gesitteten Bahnen verlaufen. Erst zum Ende hin wurde es laut im Saal. Zuvor hatten einige ältere Herren bereits vehement eingefordert, sich endlich mit dem Thema Innere Sicherheit zu beschäftigen. Leider bekamen sie anschließend kaum eine vernünftige Frage zustande. Ihre Zielrichtung war durchaus erkennbar, aber oftmals hatten die Fragen nichts mit Landespolitik zu tun, waren verquer oder enthielten einen rassistischen Unterton.

Wenn die Antworten der Landtags-Direktkandidaten etwa von der Linkspartei oder SPD anschließend nicht der eigenen Gesinnung entsprachen, wurde gejohlt, aufgestanden, der Saal verlassen oder dazwischengerufen. Offenbar hatten einige Besucher den Sinn des Wahlforums nicht verstanden und vergessen, das Zuhören zu den von ihnen so oft eingeforderten deutschen Tugenden zählt.

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Das Ziel einer solchen Podiumsrunde ist es nicht, den politischen Gegner in irgendeiner Weise fertigzumachen. Es geht darum, unterschiedliche Standpunkte zu äußern, um den Zuhörern die Möglichkeit zum Auswählen zu geben, eine Basis für die Stimmabgabe zu schaffen. Zum Ausdrücken gegenteiliger Ansichten eignen sich ein stilles Kopfschütteln oder Zusammenschlagen der Hände vor dem Kopf. Sich wie Rumpelstilzchen aufzuführen, ist einfach nur ungezogen und liefert üblen Klischees über uns Sachsen Vorschub.

E-Mail an Peter Anderson. 

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