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Zukunft von Opel - Spitzentreffen im Kanzleramt

Auf einem Spitzentreffen will die Bundesregierung am heutigen Mittwoch die Weichen für die Zukunft des angeschlagenen Autobauers Opel stellen. Die Bundesregierung will sie sich auf einen der Interessenten festlegen und über mögliche Staatsbürgschaften beraten.

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Unmittelbar vor der drohenden Insolvenz der Opel-Mutter General Motors (GM) geht es dabei unter anderem um die Bewertung der Konzepte der drei Interessenten Fiat, Magna und Ripplewood. Bisher überzeugen die Angebote Wirtschaftsminister Karl- Theodor zu Guttenberg (CSU) noch nicht. Der Minister forderte Nachbesserungen, andernfalls sei auch eine Insolvenz von Opel möglich.

Zudem will die deutsche Seite GM und die US-Regierung dazu bringen, den deutschen Hersteller aus dem Konzern herauszulösen und an einen Treuhänder zu übertragen. Auch die geplante und von Bund und Ländern verbürgte Brückenfinanzierung über 1,5 Milliarden soll festgezurrt werden. Damit soll Opel im Falle der erwarteten GM- Insolvenz genügend Liquidität bekommen, um die Zeit bis zum Abschluss der Investorensuche zu überbrücken.

An dem Treffen nehmen neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Guttenberg auch die Regierungschefs der vier Bundesländer mit Opel-Standorten, GM-Europachef Carl-Peter Forster und ein Vertreter des US-Finanzministeriums teil. Bei den Gesprächen sollen zudem die Manager der Interessenten getrennt voneinander Rede und Antwort stehen. Bereits am Vormittag ist eine weitere Ministerrunde im Kanzleramt zu Opel geplant.

Steinbrück stellt Opel unterdessen Kredit in Aussicht

Eine Brückenfinanzierung für den angeschlagenen Autobauer Opel könnte nach Aussage von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) bereits an diesem Mittwoch beschlossen werden. Vor dem Spitzentreffen in Berlin sagte Steinbrück ARD-"Morgenmagazin", es sei "gut möglich", dass bei bem Treffen eine staatliche Brückenfinanzierung für Opel beschlossen wird. Weiter sagte er: "Es stehen drei Fragen an heute:Welchen Investor würden wir präferieren, wie sieht es aus mit dem Treuhandmodell, und daraus resultierend die Frage eines Überbrückungskredits in der Größenordnung von 1,5 Milliarden Euro." Steinbrück fügte hinzu: "Wir sind ins Gelingen orientiert und nicht ins Scheitern."

Er kritisierte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der wiederholt eine Opel-Insolvenz ins Gespräch gebracht hatte. "Darüber spekuliert man nicht öffentlich", sagte Steinbrück. "Wir wollen Opel und die Arbeitsplätze retten." (dpa/sz)