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Zukunft von Talentwettbewerb ungewiss

Erneut kamen nur wenige Fans zum Freitaler Bandwettstreit des Kuta-Werks. War es der Abgesang für die Veranstaltung?

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Yvonne Popp

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Freital. Der Bandwettstreit [email protected] brachte am Ende nicht den gewünschten Erfolg. Die Organisatoren hatten im Vorfeld der Veranstaltung in Freital nichts unversucht gelassen. Der Termin wurde aus der Adventszeit in den Oktober verlegt, der Name von Kuta-Contest in [email protected] geändert, ein gestrafftes Programm – all das nützte wenige: Wieder mussten vielversprechende Talente in einem halbleeren Saal spielen. Bei den Musikern sehr beliebt, stößt der Bandcontest des Freitaler Kuta-Werks beim Publikum somit im wahrsten Sinne des Wortes auf taube Ohren. Auch am vergangenen Sonnabend fanden sich, entgegen aller Hoffnungen, wieder zu wenig Gäste in den Coßmannsdorfer Ballsälen ein.

Fans der Band FranticCollision tanzten ausgelassen in den Coßmannsdorfer Ballsälen.
Fans der Band FranticCollision tanzten ausgelassen in den Coßmannsdorfer Ballsälen. © Karl-Ludwig Oberthür

Aber woran liegt das? Generell, so sagen die Organisatoren Christoph Vogel und Thorsten Mager, sei es schwierig, in Freital Veranstaltungen mit Live-Musik erfolgreich zu etablieren. Der Grund: Es gebe hier keine Bandszene, wie zum Beispiel in Dresden. Dennoch hatten sich die Veranstalter für das fünfjährige Jubiläum des bisherigen Kuta-Contests noch einmal richtig ins Zeug gelegt – und unter 20 Bewerbern die vier besten Combos ausgesucht.

Knapper Sieg für Studentinnen

Wie in den Jahren zuvor kam es ihnen auch diesmal darauf an, ein möglichst breites Spektrum an Musikrichtungen abzudecken. „Wichtig war uns noch, dass keine der Musikgruppen ein kommerzielles Album aufgenommen hat, oder bei einem Plattenstudio unter Vertrag steht“, erklärt Vogel. Nicht ganz unerheblich sei auch die Qualität des Bewerbungsauftritts der jeweiligen Band gewesen, fügt er hinzu.

Durchgesetzt hatten sich am Ende die Rocktales, FranticCollision, Eyla und This Rite. Sie alle präsentierten sich am Sonnabendabend in Bestform und nutzten ihre jeweils 30 Minuten Bühnenzeit, um die wenigen Gästen von den Stühlen zu reißen.

Bewertet wurden die Auftritte von einer fünfköpfigen Jury, der unter anderem Freitals neuer Finanzbürgermeister Peter Pfitzenreiter und Arno Jordan von der Künstlerkommunität Castle Röhrsdorf angehörten. Neben Texten und Gesang beurteilten sie auch Instrumentaltechnik und Bühnenpräsenz der Akteure.

Was Letzteres betrifft, hatten die Classic-Heavy-Rocker von This Rite aus Dresden die Nase vorn. Sie zeigten großes Können an den Instrumenten – und absolute Spielfreude auf der Bühne. Am Ende mussten sie sich aber ganz knapp dem Sänger- und Songschreiber Duo Eyla geschlagen geben.

Die beiden Dresdner Sängerinnen und ihre Band überzeugten mit tollen Texten, ausgefallenen Rhythmen und wunderbaren Stimmen – das Publikum und die Jury.

Für die beiden 19-jährigen Studentinnen, die erst seit zwei Jahren zusammen Musik machen, kam der Sieg völlig überraschend. „Wir hatten uns gar keine Chancen ausgerechnet, weil wir im Vergleich zu den anderen, eher rockigen Bands, recht ruhige Töne anschlagen“, sagt Frontfrau und Texterin Emily. Lachend erzählt sie, dass sie sich eigentlich gar nicht für den Wettbewerb beworben hatte.

Überraschende Bewerbung

„Unser Pianist Yiannis hat einfach einige Aufnahmen von unseren Proben ohne unser Wissen hier eingesendet.“ So ganz nebenbei habe er ihr und ihrer Gesangspartnerin Wilma später verkündet, dass sie am 22. Oktober in Freital beim Bandcontest dabei sind. Umso größer ist nun die Freude über den Sieg. Denn der damit verbundene Preis – zwei Tage im topp ausgestatteten Tonstudio von Schloss Röhrsdorf – kommt den jungen Musikern nicht ungelegen. Sie hatten geplant, im kommenden Frühjahr ihr erstes Mini-Album aufzunehmen. Die zwei kostenlosen Tage im Tonstudio helfen ihnen sehr, die Produktionskosten dafür im Rahmen zu halten.

Für Eyla sind die Weichen in Richtung Zukunft also gestellt. Aber wie geht es mit dem Bandcontest weiter? Genau weiß das Christoph Vogel auch noch nicht. Er sagt, dass der Wettbewerb ohne größeres Publikum auf Dauer nicht finanzierbar ist. Er und seine Mitstreiter vom Kuta-Werk wollen sich jetzt etwas Zeit nehmen, um in Ruhe darüber zu beraten, ob und in welcher Form der [email protected] fortbestehen kann.