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Sport

Pocher ersteigert Beckers Pokale

Ausgerechnet der Comedian schlägt bei der Zwangsauktion zu. Mit ihm liegt die Tennis-Legende seit Jahren über Kreuz.

Oliver Pocher (links) und Boris Becker liefern sich immer wieder öfffentliche Wortduelle. © dpa/Rolf Vennenbernd

Berlin. Bei der Zwangsversteigerung von Boris Beckers Erinnerungsstücken und Tennis-Trophäen hat auch Oliver Pocher zugeschlagen. "Zwei Pokale für den guten Zweck ersteigert", schrieb er auf Instagram. Laut Bild-Zeitung ersteigerte der Comedian zwei Glas-Trophäen, darunter den Vize-Cup der Tennis-WM 1994 - für gut 25.000 Euro.

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Becker sei eine Tennis-Legende, die den Deutschen viele grandiose Stunden beschert habe, sagte Pocher dem Blatt: "Jetzt sollten wir auch mal was zurückgeben. Ich habe meinen Teil gern dazu beigetragen." Um alle Zweifel zu beseitigen, wie er das meinte, postete Pocher am Freitag auf Instagram ein Video von 2018: Dort hatte er sich, als Boris Becker verkleidet, unter anderem über dessen finanzielle Situation lustig gemacht.

Becker war 2017 von einem britischen Konkursgericht für zahlungsunfähig erklärt worden. Die Versteigerung mit mehr als 80 persönlichen Gegenständen sollte Geld für die Gläubiger einbringen. Insgesamt kamen dabei etwa 764.000 Euro zusammen. Meistbietend verkauft wurden dabei unter anderem persönliche Gegenstände wie Uhren, Medaillen, sogar Kleidungsstücke, aber auch einige von Beckers großen Sport-Trophäen.

Das höchste Gebot erzielte eine Kopie des US-Open-Pokals mit rund 167.500 Euro. Für eine Replik des Davis-Cup-Pokals von 1988 wollte ein Bieter zirka 58.000 Euro hinblättern. Ein Bambi wurde für über 34.000 Euro verkauft. 

Ein Bambi, zwei Renshaw-Trophäen, die Nachbildung eines Wimbledon-Pokals und die Goldene Kamera von 1989 der Tennis-Legende Boris Becker sind bei einer Online-Auktion zu sehen. © dpa/Christoph Meyer

"Bei dieser Versteigerung geht es nur darum, mir persönlich wehzutun, weil ich natürlich emotional an den Trophäen hänge", hatte Becker einmal der Bild am Sonntag gesagt. Aktuell wollte er sich nach Angaben seines Anwalts nun nicht äußern.

Dabei ergatterte mit Pocher nun ausgerechnet ein Bieter zwei Erinnerungsstücke, mit dem die Tennis-Legende seit Jahren über Kreuz liegt. Immer wieder hatten sich die beiden Prominenten öffentliche Wortduelle bei Twitter geliefert.

Zuweilen schien es ein freundschaftliches Gefrotzel zu sein - beispielsweise, als beide 2013 in Pochers RTL-Spielshow "Alle auf den Kleinen" gegeneinander antraten. Selbst Beckers damalige Frau Lilly war dabei. Das Ganze sah eher wie ein gelungener Marketing-Gag aus als wie eine Fehde.

2014 verkündete Becker nach einem Treffen mit Pocher und dessen damaliger Freundin, der Tennisspielerin Sabine Lisicki, im australischen Melbourne sogar, das Kriegsbeil sei begraben. Doch immer wieder wurde es auch bitter. Als sich Lilly und Boris 2018 trennten und Pocher per Facebook eine Breitseite abfeuerte, empfahl der ehemalige Tennisstar per Twitter: "Halte einfach deine Klappe". 

2018 war es Becker gelungen, die Versteigerung seiner Erinnerungsstücke vorübergehend zu stoppen. Er genieße diplomatische Immunität, weil er zum Sport-Attaché in der EU-Vertretung der Zentralafrikanischen Republik berufen worden sei, argumentierte er. Mit seiner schwierigen Lage habe die Berufung zum Attaché freilich nichts zu tun.

Ein gefundenes Fressen für Pocher, der sich in Becker-Verkleidung von Comedian-Kumpel Matze Knop interviewen ließ und dabei einen Diplomatenpass des "Taka-Tuka-Lands" präsentierte. Das Video postete er nach der Auktion am Freitag noch einmal auf seinem Instagram-Account. Inzwischen pocht Becker nicht mehr auf seinen Diplomatenstatus.

Insolvenzverwalter Mark Ford zeigte sich nach der Auktion in Großbritannien hochzufrieden mit dem Ergebnis, erinnerte aber auch daran, dass einige der wichtigsten Becker-Trophäen fehlten. "Wir hoffen immer noch, die fehlenden Trophäen ausfindig zu machen und einzuziehen, darunter sechs von Beckers Erfolgen in Wimbledon und seine zwei Australian-Open-Titel." Trotzdem hofft Ford, das Insolvenzverfahren in sechs bis neun Monaten abschließen zu können. (dpa)