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Zum Verrücktwerden

Für Andrea Petkovic ist Schluss im Halbfinale der French Open. Stattdessen gibt es im Mixed eine deutsche Gewinnerin.

© Reuters

Von Ulrike Weinrich

Ein mutloser Start und ein übernervöses Ende: Im größten Match ihrer Tennis-Karriere hielt Andrea Petkovic dem Druck nicht stand. Das 2:6, 6:7 (4:7) gegen die Rumänin Simona Halep beendete gestern alle Hoffnungen auf die erste deutsche Finalistin in Paris seit Steffi Graf vor 15 Jahren. Die Darmstädterin konnte aber noch lächeln und winkte den aufmunternden Applaus spendenden Fans zu, als sie den Court Philippe Chatrier verließ. Für einen Titelgewinn hatte am Mittag zumindest Anna-Lena Grönefeld im Mixed-Finale gegen Julia Görges gesorgt – mit einem 10:7 im dritten und entscheidenden Satz.

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Für Petkovic war schon im zweiten Satz alles vorbei. Nach 1:30 Stunden verwandelte Halep ihren ersten Matchball und durfte sich bereits auf das morgige Endspiel gegen die Russin Maria Scharapowa freuen, die zuvor Australian-Open-Halbfinalistin Eugenie Bouchard aus Kanada mit 4:6, 7:5, 6:2 bezwungen hatte.

Petkovic wandelt damit (vorerst) nicht weiter in den Spuren von Tennis-Legende Steffi Graf. Trotzdem wird die 26-Jährige, die 412 500 Euro Preisgeld kassiert, ab Montag in der Weltrangliste erstmals seit August 2012 wieder in den Top 20 zu finden sein. Wie am Vortag im Viertelfinale gegen Sara Errani lag Petkovic auch gegen Halep schnell mit 0:2 zurück. Die junge Rumänin, die im bisherigen Turnierverlauf noch keinen Satz abgegeben hat, zeigte kaum Schwächen. Beim vierten Satzball nach 27 Minuten profitierte die Aufsteigerin der letzten Saison von einem Rückhand-Longline-Fehler der Deutschen. Noch am Vortag war dieser Schlag von Petkovic der Schlüssel zum Erfolg gewesen.

Auf dem 15 000 Zuschauer fassenden Court Philippe Chatrier agierte „Petko“ in der Folge mutiger, feuerte sich immer wieder an und ging nach ihrem ersten Break mit 3:1 in Führung. Unmittelbar danach konnte sie allerdings zwei Spielbälle nicht verwerten und verlor ihrerseits das Service. Die Ballwechsel wurden immer intensiver, ehe Halep im Tiebreak triumphierte.

Petkovic kann Paris erhobenen Hauptes und mit der Gewissheit verlassen, dass sie wieder um große Titel spielen kann. Auch dank ihres neuen Trainers van Harpen, mit dem sie seit März arbeitet. „Ich spüre, dass ich schon so vieles besser mache. Aber der Weg ist noch lang“, sagte Petkovic, die immer noch mit ihren „Dämonen“, wie sie es nennt, eine inneren Kampf führt: „Die wüten dann und trinken Schnaps.“

Mit welchem Getränk Anna-Lena Grönefeld gefeiert hat, ist indes nicht bekannt. Grund genug hatte sie allemal. Das einstige Einzel-Supertalent triumphierte fünf Jahre nach dem Wimbledon-Sieg im gemischten Doppel auch in Paris, diesmal mit dem Niederländer Jean-Julien Rojer. 4:6, 6:2, 10:7 gewannen sie gegen Julia Görges und den Serben Nenad Zimonjic. Neben den Pokalen gab es insgesamt 110 000 Euro Preisgeld und das gegenseitige Versprechen, in Wimbledon anzutreten. (sid, mit dpa)