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Zum vierten Mal brennt eine Ruine

Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Bei dem Einsatz stirbt ein 50 Jahre alter Feuerwehrmann.

Von Marion Gründler

Dass in Geringswalde ein Feuerteufel umgeht, bezweifelt in der 4 400-Einwohner-Stadt inzwischen niemand mehr. Zum nunmehr vierten Mal ging eine leer stehende Brache an der Arraser Straße 20 in Flammen auf. Am Sonnabend wurden gegen 22.15 Uhr die Wehren von Geringswalde, Altgeringswalde, Holzhausen und Arras mit 70 Aktiven und elf Fahrzeugen zu dem zweistöckigen Backsteinbau gerufen. Die Wehren aus Leisnig und Waldheim leisteten technische Hilfe. Zum Einsatz kamen zudem Polizei und Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes. Als Brandursache nimmt die Polizei Brandstiftung an, die Brandursachenermittler haben ihre Arbeit aufgenommen.

Das Gebäude war nichts mehr zu retten. „Als wir am Einsatzort ankamen, stand der gesamte Dachstuhl in voller Ausdehnung in Flammen. Starker Westwind erschwerte die Löscharbeiten zusätzlich, da der aufs Gebäude gerichtete Wassernebel teils weggetrieben wurde. Zudem war der Brandherd schlecht erreichbar, so dass zunächst Bäume gefällt und Gestrüpp entfernt werden musste“, erklärte der Geringswalder Gemeindewehrleiter Dietrich Haas. Er hatte, gemeinsam mit Einsatzleiter Jan Bretschneider, die Organisation vor Ort übernommen hatte.

Fremdeinwirkung ausgeschlossen

Die Doppelbesetzung der Führungsspitze resultierte aus einem tragischen Vorfall. Im Laufe der Löscharbeiten musste ein 50 Jahre alter Feuerwehrmann aus Geringswalde, der mit der Koordination der Arbeiten am Rande des Brandherdes beschäftigt war, medizinisch versorgt werden und verstarb wenig später im Krankenhaus. Zur Todesursache wollte die Chemnitzer Polizeidirektion zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine näheren Angaben machen. „Fremdeinwirkung schließen wir aus“, teilte ein Beamter mit. Nach jetzigem Kenntnisstand gehe man von einer natürlichen Todesursache aus.

Der Geringswalder Vize-Bürgermeister Falk Horn (Freie Wähler) zeigte sich äußerst besorgt ob des neuerlichen Großbrandes in seiner Heimatstadt. Eine Riesenschweinerei sei es, dass jemand durch Brandschatzung den gesamten Ort in Mitleidenschaft ziehe. Horn hofft, dass dem Täter oder den Tätern bald das Handwerk gelegt wird. „Größten Respekt und ein großes Dankeschön an alle Einsatzkräfte. Und auch an Nachbarn und Anwohner, die am Rande des Geschehens für heißen Kaffee und eine Stärkung sorgten.“