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Zurück zu altem Glanz

Das Beiersdorfer Schützenhaus soll sein ursprüngliches Aussehen wieder erhalten. Ein Banner wirbt jetzt für Spenden.

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© Matthias Weber

Von Patrick Richter

Für Jörg Kasper ist es eine Herzensangelegenheit: das Schützenhaus in Beiersdorf. Als Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Schützenhaus kümmert er sich mit weiteren engagierten Beiersdorfern um das Veranstaltungshaus im Ort. Das soll für die Zukunft auf Vordermann gebracht werden – optisch soll es dabei wieder in die Zeit des 19. Jahrhunderts zurückgehen.

Ein Werbebanner soll jetzt helfen, Spenden für das Gebäude zu bekommen. Auf dem Weihnachtsmarkt mit großem Erfolg.
Ein Werbebanner soll jetzt helfen, Spenden für das Gebäude zu bekommen. Auf dem Weihnachtsmarkt mit großem Erfolg. © privat

„Es war von Anfang an unser Anliegen, das Schützenhaus detailgetreu wieder von außen so aussehen zu lassen, wie in der Anfangszeit“, sagt der Vorsitzende. Die Fassade soll dadurch wieder schöner werden. Zu DDR-Zeiten hatte das Gebäude ein neues Aussehen bekommen. Damals wurde die komplette Außenfassade verputzt. „Es sah einfach aus, wie eine graue Baracke“, beschreibt Kasper. Genutzt wurde es auch damals für Veranstaltungen. Kino- und Theatervorführungen habe es im Haus gegeben. Vom DDR-Putz hat die IG des Beiersdorfer Schützenhauses das Gebäude mittlerweile wieder befreit und damit auch die alten Klinkersteine freigelegt.

Nun soll es mit der Fensterfront weitergehen, wie Jörg Kasper sagt. Einige Fenster wurden dafür auch schon originalgetreu nachgebaut, wie er sagt. Er selbst ist gelernter Tischler und bringt so seine handwerklichen Fähigkeiten ein. Die Inspiration hat sich die IG von alten Postkarten geholt, auf denen zu sehen ist, wie das Schützenhaus im Originalzustand aussah. „Wir haben immer gesucht, ob alte Erinnerungen zu finden sind, um die als Vorbild zu nehmen“, sagt Jörg Kasper. Bei einem Beiersdorfer Ortschronisten habe sich dann eine Postkarte mit dem Schützenhaus im 19. Jahrhundert gefunden.

Wie schnell es geht, dass das Beiersdorfer Schützenhaus dann wieder im ganz alten Glanz erstrahlt, das hängt zum einen von Fördermitteln, zum anderen aber auch möglichen Spenden ab. Allein die Fenster nehmen 5 000 Euro in Anspruch, wie der Vorsitzende angibt. Eine Summe, für die im Ort aktiv nach Spendern gesucht wird. Dafür geht die IG nun auch in eine Werbeoffensive. Ein neues Werbebanner mit dem Spendenkonto wurde direkt am Schützenhaus angebracht. Das Banner zeigt ein Foto des Gebäudes im vorletzten Jahrhundert.

Besonders zum Beiersdorfer Weihnachtsmarkt, der direkt am Schützenhaus stattfindet, hat das im Dezember schon für einen Erfolg gesorgt: Ungefähr 2 200 Euro konnten für das Gebäude gesammelt werden. Eine Summe, über die Jörg Kasper hocherfreut ist. „Wir waren richtig überwältigt, dass es so viel war“, sagt der Vorsitzende der IG. Während des Weihnachtsmarkts war das Schützenhaus für Besucher geöffnet. In den wenigen Stunden ist dann dieser Betrag an Spenden zusammengekommen. Darin sieht die IG auch eine Bestätigung für die bislang geleistete Arbeit. „Da sieht man, dass es bei den Leuten gut ankommt“, so Kasper. Auch Lob habe es von den Besuchern gegeben, dass das Schützenhaus nun wieder etwas fürs Auge sei. Nicht nur die Beiersdorfer Bürger, auch Unternehmen unterstützen die Restaurierung des Schützenhauses. Zwei einheimische Firmen haben zuletzt das neue Eingangshäuschen und den Granituntergrund gespendet und errichten lassen.

Zuletzt seien es laut Kasper auch wieder viel mehr Leute, die den Saal für Veranstaltungen mieten. Mittlerweile sind es zwei bis drei Buchungen im Monat – so viele wie früher über das ganze Jahr verteilt.

Noch ist jedoch viel zu tun am Schützenhaus, wie Jörg Kasper weiß. Die Statik des Gebäudes muss neu überarbeitet werden, dafür sind 200 000 Euro nötig, die über Fördermittel finanziert werden sollen. An der Fassade müssen nach den Fenstern die Klinkersteine originalgetreu erneuert werden. Viel Arbeit steht bei der Interessengemeinschaft Schützenhaus also noch an. Mit Veranstaltungen wie dem Frühjahrstanz werden die engagierten Beiersdorfer um Jörg Kasper weiterhin das Ortsleben bunter gestalten. Wie lange es dauert, bis alles fertig ist, das steht und fällt mit den Spenden.