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Zwangsarbeiter in Zinnwalds Bergbau

Über ein dunkles Kapitel in der Bergbaugeschichte war nur wenig bekannt. Bis ein Brief aus der Ukraine eintraf.

© Egbert Kamprath

Altenberg. Mit einem sehr schwierigen Thema wird sich der Knappenverein Altenberg zu seinem Vereinsabend an diesem Dienstag, dem 13. Februar, auseinandersetzen. Es geht um Zwangsarbeit im Zinnwalder Bergbau. „In der gut dokumentierten sächsischen Bergbaugeschichte blieb der Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen während des Zweiten Weltkrieges bisher weitgehend ausgeblendet“, informiert Vorstandsmitglied Eckhard Ehrt. Den Anstoß, sich damit intensiv zu beschäftigen, habe ein Brief aus Charkiw in der Ukraine gegeben. Ein gewisser Petro Grigorovitch Gorbarenko, Jahrgang 1926, schrieb im April 2000 dem Ortsvorsteher von Zinnwald-Georgenfeld. „Gorbarenko bat um Hilfe bei der Beschaffung von Nachweisen über seinen Zwangsarbeitseinsatz, nachdem er aus den ukrainischen Medien von einem Entschädigungsfonds der Bundesrepublik Deutschland erfahren hatte“, berichtet Eckhard Ehrt. „Er gehörte zu den rund zwei Millionen Ukrainern, die im Deutschen Reich eingesetzt worden waren.“ Wolfgang Barsch, der damalige Leiter des Zinnwalder Besucherbergwerkes, habe sich der Aufarbeitung dieses Teiles der Zinnwalder Geschichte gewidmet und Gorbarenko bei der Suche nach fundierten Belegen unterstützt, damit dieser glaubhaft machen konnte, als Zwangsarbeiter im Zinnwalder Bergbau eingesetzt gewesen zu sein. „Aus dem so zustande gekommenen Briefwechsel mit detaillierten Beschreibungen Gorbarenkos zu den damaligen Betriebsverhältnissen konnte die Situation vor Ort rekonstruiert und dokumentiert werden.“ Zum Vereinsabend werde nun ein Stück spannender Zinnwalder Geschichte aus der Perspektive eines Zwangsarbeiters erzählt. Dazu wird als Referentin Gabi Meißner aus Dresden erwartet.

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Der Vereinsabend am 13. Februar beginnt 18 Uhr im Europark Altenberg in der zweiten Etage des Arno-Lippmann-Schachtes. Die Knappenstube ist auch mit dem Fahrstuhl zu erreichen. Gäste sind herzlich eingeladen. (SZ)