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Zwei Deutsche bei Anschlag im Jemen getötet

Terroristen stürmen das Verteidigungsministerium in Sanaa. Sie töten jeden, den sie sehen, insgesamt rund 50 Menschen. Sogar Ärzte im Operationssaal.

© dpa

Sanaa/Kairo. Terroristen haben in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa ein Blutbad angerichtet. Bei dem Terroranschlag wurden auch zwei deutsche und ein einheimischer Mitarbeiter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) getötet. Das gab Außenminister Guido Westerwelle am Donnerstagabend in Berlin bekannt.

Ein Selbstmordattentäter hatte sich am Donnerstag am Eingang eines Gebäudekomplexes des Verteidigungsministeriums im Stadtzentrum in die Luft gesprengt. Anschließend stürmten nach Angaben von Augenzeugen und lokalen Medien rund zwei Dutzend bewaffnete Männer das Gelände, auf dem auch ein Militärkrankenhaus liegt. Es entbrannte ein mehrstündiges Gefecht zwischen Soldaten und den Angreifern, die sich in drei Gebäuden verschanzten. Insgesamt sollen nach Angaben von Helfern rund 50 Menschen ums Leben gekommen sein, darunter 20 Angreifer und mindestens fünf Krankenhausmitarbeiter.

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Ärzte. Schwestern und Patienten getötet

Sanitäter sprachen von insgesamt rund 100 Verletzten. Das Gesundheitsministerium rief zu Blutspenden auf. Über Opfer unter den Soldaten machte das Verteidigungsministerium zunächst keine Angaben. Lokale Medien meldeten unter Berufung auf Krankenhausärzte, die Angreifer hätten in einem Operationssaal des Al-Awadi-Militärkrankenhauses zwei jemenitische Ärzte, ihren Patienten - einen bekannten Richter - und dessen Ehefrau erschossen. Auch drei Krankenschwestern seien von den Eindringlingen getötet worden. Sie stammen nach Informationen des Nachrichtenportals „News Yemen“ aus Indien, Venezuela und von den Philippinen.

Der getötete Richter war von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi als Berater für den nationalen Dialog ausgewählt worden, der Oppositionelle und Angehörige des Regimes von Ex-Präsident Ali Abdullah Salih versöhnen soll. Die Separatisten aus dem Süden des Landes hatten sich kürzlich aus diesem Forum zurückgezogen.

Dass sich die Angreifer überhaupt den Weg zum Ministerium freisprengen konnten, lag wohl auch daran, dass einige von ihnen Uniformen der jemenitischen Armee trugen. Außerdem soll die Lage am westlichen Eingang zu dem Gelände wegen Bauarbeiten etwas unübersichtlich gewesen sein.

Lage wieder unter Kontrolle

Aus dem Ministerium hieß es am Mittag, die meisten der Angreifer seien getötet worden. Die Lage auf dem Gelände sei wieder unter Kontrolle. Präsident Hadi besuchte das Ministerium am Nachmittag.

Wer hinter dem Angriff auf den Gebäudekomplex des Ministeriums steckt, der offensichtlich vor allem dem Krankenhaus galt, blieb unklar. Al-Kaida-Terroristen hatten in den vergangenen Jahren mehrfach vergeblich versucht, Verteidigungsminister Mohammed Nasser Ahmed zu töten. Der Minister hielt sich am Donnerstag zu einem Besuch in den USA auf. Sein Ministerium arbeitet im Kampf gegen die Terrorgruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) mit den USA zusammen. Die US-Armee hatte im Jemen in den vergangenen Jahren mehrfach mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen mit Kampfdrohnen getötet.

AQAP gilt als einer der aktivsten Ableger des internationalen Terrornetzwerks. Der Gruppe gehören außer Jemeniten auch Saudis an sowie einige Ausländer anderer Nationalitäten. (dpa)