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Zwei Geigen und eine Gitarre

Zoë Conway und John Mc Intyre spielen vor vollem Saal Meißens größtes Geburtstagsständchen.

© Peter Anderson

Von Peter Anderson

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Meißen. Es braucht nicht viel für einen schönen Abend: Zwei graue Stühle haben die Mitarbeiter vor den grün angestrahlten Meißner Theatervorhang gerückt. Die Anlage ist eingestellt, die Mikrofone sind ausgerichtet. Geigerin Zoë Conway und ihr Lebens- wie auch musikalischer Partner John Mc Intyre sind an diesem Freitag in die Stadt gekommen. Am Nachmittag haben sie bereits einen Bummel durchs historische Zentrum unternommen. Ihr Lieblingscafé fanden sie geschlossen. Aber das machen sie jetzt mit zwei großen Kaffeetöpfen auf der Bühne wett. Die Musik der Iren – eine Mischung aus traditionellen Stücken ihres Heimatlandes und eigenen Kompositionen – verzaubert den Saal von der ersten Minute an. Gänsehaut erzeugt dieser leise und doch so eindrückliche Klang. Das Publikum lauscht atemlos, ab und an verleiht ein Jauchzer der inneren Begeisterung Ausdruck.

Nach Meißen geholt hat die zwei Ausnahme-Musiker der Kultur-Manager und Folk-Barde Peter Braukmann. Damit hat er sich vielleicht sein schönstes Geburtstagsgeschenk bereitet. Der gebürtige Niedersachse ist vergangene Woche 65 Jahre alt geworden. Nach dem Konzert werden sich oben im Theatercafé bei griechischen Speisen, böhmischem Bier und mährischem Wein Weggefährten aus bunten sechseinhalb Jahrzehnten zusammenfinden.

Groß geworden mit den Nachbeben der Studentenrevolte von 1968 gründete Braukmann 1977 mit Bernd Goymann das Folkduo Schnappsack. Später produzierte er Platten, war als Creative Producer im Team der RTL-Erfolgsshow Samstag Nacht tätig und tanzte auf so vielen Hochzeiten, dass 65 Zeilen zum 65. Geburtstag dafür nicht ausreichen.

Über ein Gastspiel in Radebeul kam er vor rund zehn Jahren nach Meißen. Mit rastlos vorangetriebenen, immer neuen Projekten brachte er Schwung in die mitunter betuliche Kulturroutine der Stadt. Der Sänger-Wettbewerb Meißner Drossel mit anschließender Tour sorgte deutschlandweit für Aufmerksamkeit. Im Kulturhaus Hafenstraße probierte er neue Formate aus. Dann wieder veranstaltete der 65-Jährige Konzerte, die sich allein über Spenden finanzierten. Erneut ist die Liste der Aktionen zu lang, um hier vollständig wiedergegeben zu werden.

Nicht immer und überall machte sich der eingenwillige Niedersachse mit seiner direkten Art Freunde. Seine Restaurantkritiken in der SZ stießen mitunter auf Unverständnis, obwohl sie auch als Anregung und Hinweis verstanden werden könnten. Und nicht zu vergessen: Der Musiker greift letzthin regelmäßig zur Feder und lässt Privatdetektiv Steffen Schröder die Meißner Verbrecherszene aufwirbeln.