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Zwei Jahre länger Zeit für den Versuch Bürgerhaus

2020 endet das ESF-Programm. Bis dahin bleibt zu wenig Zeit, um über Erfolg oder Misserfolg zu entscheiden.

Seit Frühjahr 2018 gibt es mit Franziska Riedel und Astrid Sommer zwei feste Ansprechpartnerinnen, und seit August hat das Bürgerhaus auch eine feste Adresse am Markt. © André Braun

Roßwein. Samentauschbörse, Trödelmarkt, Kleidertausch zum Frauentag, Kinovorführungen oder eine Weihnachtstafel für Alleinstehende – das Bürgerhausteam bereichert mit neuen Veranstaltungsangeboten das zeitweise mehr oder weniger übersichtliche Angebot in der Stadt. Hinzu kommen Kreativnachmittage und Hausaufgabenhilfe, die schon im Programm stehen oder der Aufbau einer Ehrenamtsbörse, woran noch gearbeitet wird.

Seit Frühjahr 2018 gibt es mit Franziska Riedel und Astrid Sommer zwei feste Ansprechpartnerinnen, und seit August hat das Bürgerhaus auch eine feste Adresse am Markt. Trotzdem, so sagen die beiden Sozialarbeiterinnen, befindet sich das Projekt noch immer in der Findungsphase. 

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Was erwarten, wollen und nutzen die Roßweiner wirklich? Die Vernetzung mit anderen Vereinen wie dem Jugendhaus hat Zeit gebraucht, erste gemeinsame Projekte sind gut gelaufen. Weitere sind schon geplant. Doch lässt sich das Bürgerhaus schon Mitte nächsten Jahres soweit auswerten, dass über dessen Zukunft entschieden werden kann. Denn 2020 endet das Förderprogramm aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF), aus dem der Versuch finanziert werden kann. 

„Deshalb wollen wir eine Verlängerung der Projektförderung bis 2022 beantragen“, sagt Bürgermeister Veit Lindner (parteilos). Seiner Meinung nach könnten manche Veranstaltungen durchaus besser angenommen werden. Doch sicher sei es so, dass die Angebote noch bekannter werden müssen. Auch daran arbeitet das Bürgerhausteam: Die Pläne, was wann wo los ist, sind inzwischen auf verschiedenen Kanälen wie Facebook oder den überarbeiteten Internetseiten der Stadt zu finden.

Wird die Projektverlängerung von der Förderstelle genehmigt, geht der Bürgermeister damit vor die Stadträte. Denn ohne Eigenanteil geht es gewiss auch in der Verlängerung nicht, wie Lindner sagte. „Am Ende müssen wir sehen, ob und wie sich solch’ ein Bürgerhaus mit und ohne Zuschüsse rechnet“, so der Rathauschef. Dann könne auch über andere Räume gesprochen werden, sofern dies notwendig ist.

Die Idee, einen Anlaufpunkt für die Bürger zu schaffen, an dem sie ihren Hobbys nachgehen, sich austauschen, gemeinsam Kultur erleben, aber auch Hilfe bekommen, stammt aus der Zukunftswerkstatt. Bei der zurückliegenden Kommunalwahl hatten die Roßweiner die Möglichkeit, ihre Meinung zu einem derartigen Treffpunkt zu sagen. Die Auswertung der Umfrage bestätigte den Wunsch nach einem Haus für alle. Über das ESF-Programm haben Verwaltungsmitarbeiter und Räte schließlich die Möglichkeit gefunden, ein Bürgerhaus aufzubauen.