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Zwei Köche haben es wohl geschafft

Ein Anwalt hat am Mittwoch gleich zwei Männer vor dem Knast bewahrt. Ihre Lebensläufe sind ganz ähnlich – wegen ihrer Drogenprobleme.

© dpa

Von Alexander Schneider

Achtung Verwechslungsgefahr! Verteidiger Alexander Hübner hat am Mittwoch zwei Köchen aus der Patsche geholfen, die sehr ähnliche Karrieren hinter sich haben. Bei beiden Deutschen waren vor allem harte Drogen der Grund für ihre Straftaten. Doch heute, das ist die gute Nachricht, haben die Männer offenbar die Kurve gekriegt.

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Wenn man es nicht schon gewusst hätte, spätestens die Beute des 36-jährigen Angeklagten hätte seinen Beruf verraten. Der Mann weiß, was schmeckt. Er hat bei drei Ladendiebstählen aus Supermärkten Rinderfilet, Lachs, Käse und Wodka gestohlen. Gesamtschaden: gut 30 Euro. Weil der Koch ein Multifunktionstool am Gürtel hatte, musste er sich auch wegen Diebstahls mit Waffen verantworten. Darüber hinaus soll er einen Mann in der Leipziger Straße mit einem Karabinerhaken geschlagen und einen anderen Mann vor der Scheune in der Neustadt beleidigt und bedroht haben. 16 Vorstrafen hat der Koch seit seiner Jugend gesammelt, er saß vor vielen Jahren auch mal im Gefängnis.

Nach längerer Arbeitslosigkeit arbeitet er seit einem halben Jahr wieder in einem Restaurant in der Innenstadt. Die Drogen, das Heroin, sind Geschichte, sagt er. Er lebe mit seiner Partnerin zusammen – kurz: Es läuft, das Leben hat Struktur. Der Mann hat alle Vorwürfe eingeräumt, nur zu der Körperverletzung geschwiegen. Weil der Geschädigte jedoch nicht kam, stellte das Gericht die Sache ein. Der Angeklagte erhielt eine Gesamtfreiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung.

Mittags dann ein anderer Koch vor einem anderen Richter – mit demselben Verteidiger Hübner. Sein Mandant ist 31 Jahre alt, kommt auf rund 20 Vorstrafen – und hatte ein jahrelanges Crystal-Problem. Eine elfmonatige Haftstrafe muss im vergangenen Jahr bei ihm Wunder gewirkt haben. Er habe sich an den eigenen Haaren herausgezogen, lobte der Richter. Seit Oktober lebt der Koch im Ruhrgebiet, arbeitet in einem Callcenter und auch er ist jetzt zufrieden. 2016 hatte der 31-Jährige einen Autofahrer bei einem Streit in der Karl-Laux-Straße geschlagen. Außerdem war er mit einem Komplizen in das Sportheim des SV Weixdorf eingedrungen, wo die Täter Bier gestohlen hatten. Der Angeklagte hatte ein Beweisvideo seines Faustschlags – eine schnelle Rechte auf die Lippe – selbst der Polizei übergeben. Der 31-Jährige erhielt ebenfalls eine Gesamtfreiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung. Auch hier droht eine Verwechslungsgefahr.