Merken

Zwei Männer überfallen Aral-Tankstelle in Niesky

Die Diebe räumen die Kasse leer und flüchten unerkannt. Heute soll ein Phantombild gezeichnet werden.

Teilen
Folgen

Von Katja Schlenker

Verwundert sind die Autofahrer gestern Abend an der Aral-Tankstelle in Niesky. Immer wieder fährt einer an die Zapfsäule, um zu tanken. Doch nichts tut sich, kein Benzin fließt in den Tank. Dabei sieht alles aus wie immer – das Licht ist an, im Inneren sind mehrere Leute zu sehen und es ist noch nicht mal 20 Uhr. Die Tankstelle müsste also offen sein. „Warum geht das denn nicht“, fragt jemand und versucht es an einer anderen Zapfsäule. Doch auch dort tut sich nichts. Schließlich gibt der Mann resigniert auf und fährt wieder davon. Doch was ist passiert?

Die Aral-Tankstelle an der Jänkendorfer Kreuzung in Niesky ist gestern Abend überfallen worden, erklärt Dietmar Dubsky, der Polizeiführer vom Dienst in Görlitz. Gegen 19.30 Uhr ist der Anruf bei der Polizei eingegangen. Was den Polizisten geschildert wird, klingt wie im Fernsehkrimi. Zwei Männer haben vermutlich die Tankstelle am Abend so lange beobachtet, bis die Kassiererin allein im Geschäft steht. Als die Situation günstig ist, gehen sie rein. Die Kassiererin denkt sich zunächst nichts dabei, hält die Personen für Kunden, die bezahlen wollen. Doch plötzlich stehen die beiden Männer hinter der Verkaufstheke. Sie stoßen die Kassiererin beiseite und nehmen Geld aus der Kasse. Wie viel Geld kann der Polizist gestern Abend nicht genau sagen.

Mit dem Geld flüchten die Männer aus der Tankstelle. Sowie die Beamten vor Ort sind, beginnen sie mit einer sogenannten Nahbereichsfahndung. Die Umgebung der Tankstelle wird von Polizisten abgesucht – zunächst ohne Erfolg. Bis Redaktionsschluss sind die Täter auf der Flucht.

Da die Kassiererin unter Schock steht, kann sie der Polizei zunächst keine Hinweise auf die Täter geben. Zudem hat sie erst jemand anderen als die Polizei angerufen, nachdem der Raub gegen 19 Uhr passiert ist. Sicher ist gestern Abend bei Redaktionsschluss lediglich, dass die Täter zwei Männer sind. Mehr kann der Polizeiführer in Görlitz nicht sagen. Die Beamten sind zu dieser Zeit noch in Niesky vor Ort und nehmen den Fall auf. Die Kassiererin ist die einzige Zeugin des Überfalls. Verletzt worden ist sie nicht. Heute soll ein Phantombild der Täter angefertigt werden. Die Kriminalpolizei ermittelt weiter. Dass die Tankstelle offenbar nicht mit Videokameras überwacht wird, erschwert die Suche nach den Tätern zusätzlich.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Tankstelle in der Region rund um Niesky das Opfer eines Überfalls ist. Doch nicht immer ist Geld gefragt. Vor fast zwei Jahren sind in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni, zwischen Mitternacht und 2.30 Uhr, mehrere Einbrecher mit Gewalt in den Jänkendorfer Tankstellenshop eingebrochen und haben dort gezielt fast 3 000 Packungen Zigaretten gestohlen. Rund 12 000 Euro sind die wert gewesen. Fünf Männer sind damals auf dem Überwachungsvideo gezählt worden – alle rot gekleidet mit Basecaps auf dem Kopf. Die Täter werden daraufhin sogar mit Hilfe der MDR-Sendung „Kripo live“ gesucht. Doch der Fernsehauftritt von Polizeihauptkommissar Uwe Horbaschk hat damals keine neuen Hinweise auf die Täter gebracht.

Auch Benzin wird gern geklaut. So zum Beispiel vor einigen Jahren an der Tankstelle in Kodersdorf. Dort ist ein blauer Opel Corsa mit Görlitzer Kennzeichen einfach nach dem Tanken weggefahren – ohne zu bezahlen. Statt die 60 Euro für den Sprit zu blechen, hat der 34-Jährige damals einen Haftbefehl von der Staatsanwaltschaft bekommen. Denn der Tankstellenpächter hat die Polizei alarmiert. Die hat den kleinen Opel dann recht schnell gefunden, wenn auch mit einem anderen Kennzeichen. Denn der Corsa ist in München gestohlen worden und die Görlitzer Kennzeichen in Görlitz. Auch eine Brieftasche mit Geld, die im Fahrzeug gefunden wurde, stammt aus einem Einbruch in München.