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Zwei neue Ärzte für Waldheim

Für die Praxis von Jörg Tetzlaff hat das Döbelner Krankenhaus zwei Ärzte gefunden. Mit der Lösung ist Tetzlaff nicht zufrieden.

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Von Maria Lotze

Die Nachfolge von Dr. Jörg Tetzlaff ist geklärt. Das Klinikum Döbeln eröffnet im Waldheimer Ärztehaus eine Nebenstelle des Medizinischen Versorgungszentrums Nossen. Ab kommender Woche kümmern sich die Allgemeinmediziner Dr. Brigitte Därr und Dr. Uwe Stolz um das Wohlergehen der Zschopaustädter. Damit hat das Döbelner Krankenhaus den Vorzug gegenüber der Helios-Klinik Leisnig bekommen.

Am Montag beginnt um 12 Uhr für Uwe Stolz die erste Sprechstunde in Waldheim. Der in Geringswalde ansässige und praktizierende Allgemeinmediziner ist jeweils montags, dienstags und freitags in Waldheim. Seine Praxis in Geringswalde will er auch weiterhin betreiben. Seine Kollegin Brigitte Därr übernimmt die Sprechzeiten am Mittwoch sowie am Donnerstag. Die Allgemeinmedizinerin kommt ursprünglich aus Bamberg. Der Kontakt zu ihr ist über Professor Dr. Wolfgang Därr entstanden. Er ist der Ehemann von Brigitte Därr und arbeitet als Professor an der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Döbeln.

Noch können die neuen Ärzte die Patienten nicht in ihren eigenen Praxisräumen versorgen. Denn dort wird zurzeit noch renoviert, wie Sigrun Mühle, Verwaltungsdirektorin des Döbelner Krankenhauses, mitteilt. Wie lange die Arbeiten andauern, ist noch offen. Sobald sie jedoch abgeschlossen sind, sollen die Ärzte in die ehemalige Praxis von Dr. Tetzlaff umziehen.

„Das wird funktionieren.“

Bis es soweit ist, behandeln die Mediziner ihre Patienten in der Praxis von Dr. Ernst Schneider mit. Auch er sitzt im Ärztehaus an der Härtelstraße. Die Kapazitäten dazu sind da, auch wenn alle mit Einschränkungen rechnen müssen, so Schneider. Über die Ansiedlung der Nebenstelle des MVZ im Ärztehaus ist er froh. „Ich finde es hervorragend, dass die Praxis weiterläuft“, so der Allgemeinarzt. Nach dem Fortgang von Jörg Tetzlaff hat er einige seiner Patienten übernommen. Zu Uwe Stolz aus Geringswalde hatte Schneider bereits Kontakt. „Ich denke, mit ihm wird das funktionieren“, sagt Schneider.

Positiv für Waldheim war, dass Jörg Tetzlaff auch Kinder ab einem Jahr mit behandelt hat. Denn ein Kinderarzt fehlt nach wie vor in der Zschopaustadt. „Im Notfall wird eine Erstversorgung für Patienten jeden Alters erfolgen“, sagt Sigrun Mühle vom Klinikum Döbeln. Eine zusätzliche Spezialisierung besitzen die praktizierenden Hausärzte Brigitte Därr und Uwe Stolz nicht.

Erweiterung bleibt offen

Ob die Nebenstelle des Medizinischen Versorgungszentrums in Waldheim in Zukunft noch erweitert wird, lässt das Krankenhaus Döbeln offen. „Wichtig ist uns eine exzellente ambulante Versorgung und Behandlung der Waldheimer Patienten“, so die Verwaltungsdirektorin des Krankenhauses. Um die Praxis in Waldheim habe sich das Krankenhaus beworben, da es bereits im Vorfeld einen guten Kontakt zu den Patienten und Ärzten der Stadt hatte.

Doch die Döbelner Klinik war nicht das einzige Krankenhaus, das sich um die Räume von Jörg Tetzlaff bemüht hat. Auch das Helios-Krankenhaus in Leisnig war im Gespräch, und von Tetzlaff als Nachfolger vorgeschlagen wurden. „Mit Leisnig war alles abgesprochen und geregelt. Das MVZ wäre ein ordentlicher Nachfolger gewesen und meine Patienten gut versorgt“, sagt Jörg Tetzlaff. Doch der Vertrag ist nicht zustande gekommen. „Die Besitzerin der Immobilien wollte meinen ausgewählten Nachfolger nicht haben“, so Tetzlaff weiter.

Von Leisnig nichts gewusst

Andrea Fischer vermietet die Räume im Ärztehaus an der Härtelstraße. Sie äußert sich zu den Verhandlungen wie folgt: „Es gab bereits mündliche Absprachen mit dem Krankenhaus Döbeln, die dann zum Vertrag geführt haben. Von Leisnig wusste ich nichts.“ Jörg Tetzlaff habe im Alleingang mit der Helios-Klinik verhandelt, obwohl er von einem neuen Nachmieter schon gewusst haben soll.

Jörg Tetzlaff, der inzwischen in Fehrbellin bei Neuruppin eine neue Praxis eröffnet hat, gibt zu, von weiteren Interessenten gewusst zu haben. Aber: „Es gab eine schriftliche Vereinbarung, dass ich mich allein um einen Nachfolger kümmere. Trotzdem wurde mein Vorschlag vom Vermieter abgelehnt“, so Tetzlaff. Er habe umsichtig gehandelt. Mit dem jetzigen Zustand und der Übernahme sei er nicht glücklich.