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Pirna

Zwei neue Stolpersteine für Pirna

Die speziellen Gedenkzeichen erinnern an besondere Menschen, die im Dritten Reich von den Nazis ermordet wurden.

Pirna erhält weitere sogenannte Stolpersteine.
Pirna erhält weitere sogenannte Stolpersteine. © Marko Förster

In Pirna werden in Kürze zwei weitere sogenannte Stolpersteine zu sehen sein. Sie erinnern an Menschen, die zur Zeit des Dritten Reiches wegen ihrer jüdischen Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Einsatzes für andere von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Verlegt werden die Gedenkzeichen am 11. Mai, initiiert wurde die Aktion vom Begegnungszentrum Pirna sowie dem Verein „Alternatives Kultur- und Bildungszentrum“ (Akubiz). Der erste der beiden neuen Stolpersteine wird 13 Uhr vor dem Haus Niedere Burgstraße 6 installiert. Er ist dem früheren Bewohner Karl Emil Heinrich gewidmet. Nach Aussage des Vereins Akubiz wurde Heinrich in Pirna geboren und gehörte zu den Vielen, die von den Nazis aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verurteilt, verschleppt und ermordet wurden. Der Laienchor „PirnaMoll“ wird den Gedenk-Akt musikalisch begleiten.

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Der zweite Stolperstein wird 13.40 Uhr vor dem sogenannten „Haus Spitzner“ an der Martin-Kretschmer-Straße 3 im Ortsteil Bonnewitz verlegt. Laut Akubiz kam der Heilpädagoge Martin Kretschmer im Sommer 1935 nach Pirna, um eine Einrichtung für seelenpflegebedürftige Menschen zu eröffnen. Fast sechs Jahre gelang es ihm, das Haus zu führen und Menschen eine Bleibe zu geben, die von den Nazis verfolgt wurden. Dazu gehörte neben vielen Kindern auch die jüdische Geigerin Gerda Bischof aus Berlin, die in Bonnewitz als Lehrerin arbeitete. Im Sommer 1941 geriet Kretschmer ins Visier der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), wurde verhaftet und kam ins Polizeigefängnis Dresden. Von dort wurde er ins Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Im Außenlager Klinkerwerk starb Kretschmer im Februar 1942.

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