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Zwei starke Sätze sind zu wenig

Die Volleyballerinnen des DSC geben beim Tabellenführer in Schwerin den Sieg aus der Hand.

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© Matthias Rietschel

Von Alexander Hiller

Spitzenspiele haben offenbar auch eigene Gesetze – zumindest in der Volleyball-Bundesliga der Frauen. Der Dresdner SC sah am Sonntagnachmittag beim Tabellenführer Schwerin nach zwei Sätzen wie der sichere Sieger aus. 25:17 und 25:18 entschied das Team von Trainer Alexander Waibl für sich. Sehr konzentriert, sehr locker, sehr clever, sehr anspruchsvoll.

Doch nicht nur Insider wissen, dass eine Volleyballpartie erst nach drei Gewinnsätzen entschieden ist. In der Palmberg-Arena von Schwerin feierten schließlich die Gastgeberinnen, die die folgenden Durchgänge mit 25:22, 25:20 und 15:8 gewannen. Es muss also im Laufe des Spiels einen Faktor gegeben haben, der den Charakter der Partie grundlegend veränderte. SSC-Trainer Felix Koslowski nahm personelle Umstellungen vor, brachte drei Amerikanerinnen für drei Deutsche. Und das störte den Rhythmus des Titelverteidigers. „Wir haben im dritten Satz angefangen, weniger Druck mit unserem Aufschlag auszuüben“, analysierte Waibl einen entscheidenden Moment des Spiels.

Den zweiten erkannte der 48-Jährige im letzten Abschnitt des dritten Satzes. Da leisteten die Dresdnerinnen mit zwei leichten Fehlern Vorschub für den ersten Satzgewinn des Gastgebers. Die Wende. „Wenn wir die zwei Fehler nicht machen, gewinnen wir locker mit 3:0“, meinte er. Es kam anders, weil der Tabellendritte zunehmend verunsicherter in der Wahl seiner Mittel aufspielte. Waibl musste freilich größtenteils auf die grippegeplagte Katharina Schwabe und vollends auf Dominika Strumilo (Infekt) und damit auf Alternativen im Angriff verzichten.

„Ich habe viele gute Sachen gesehen, im Hinspiel hatten wir gegen Schwerin ja keine Chance“, erwähnt Waibl das 1:3 aus dem Heimduell. Allerdings hätte sich der 48-Jährige in den entscheidenden Phasen etwas mehr Galligkeit seines Teams gewünscht. „Eine Parallele zur 2:3-Niederlage am Mittwoch in Potsdam. Uns fehlt da derzeit so der richtige Killerinstinkt“.

Dass seine Mannschaft nach den zwei knappen Niederlagen in den zwei Spitzenspielen in ein Loch fallen könnte, glaubt Waibl nicht. „Für uns ist das ein wertvoller Lernprozess. Es steht ja zu befürchten, dass wir am Mittwoch noch ein Spiel verlieren“, blickt er auf das Heimspiel in der Champions League gegen den übermächtigen Gegner Vakifbank Istanbul voraus.