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Zwei Wattestäbchen können Leben retten

Über 20 Freiwillige unterzogen sich am Freitag der Typisierung für eine Knochenmarkspende beim Turnier des SV Grün-Weiß.

Von Rolf Ullmann
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Michael Schütze aus Sagar gehörte zu den Sportlern sowie Zuschauern, die sich während des Volleyballturniers in Weißwasser typisieren ließen.
Michael Schütze aus Sagar gehörte zu den Sportlern sowie Zuschauern, die sich während des Volleyballturniers in Weißwasser typisieren ließen. © Foto: Rolf Ullmann

Die Akteure fieberten am Freitagnachmittag dem ersten Aufschlag auf einem der drei Spielfelder in der Sporthalle des Landau-Gymnasiums in Weißwasser ungeduldig entgegen. Wenig später rangen sie um jeden Punkt während des traditionellen Volleyballturniers zum Jahreswechsel. Beim flüchtigen Betrachten könnte man meinen, dieses Sportereignis fügt sich ohne Besonderheiten nahtlos in die Traditionen der Abteilung Volleyball im SV Grün-Weiß Weißwasser, als dem Organisator des Turniers ein. Doch weit gefehlt! Im Eingangsbereich zur Sporthalle hatten Grit Schulz, Koordinatorin der Stammzellenspenderdatei Ost für Berlin und Brandenburg, und ihre Helferin Michelle Richter einen zeitweiligen Arbeitsplatz zur Typisierung als Stammzellenspender aufgebaut.

Jens Werner, Abteilungsleiter im Volleyball der Herren im SV Grün Weiß, legte allen Sportlern sowie Gästen des Turniers wärmstens ans Herz, die Gelegenheit zu nutzen und sich typisieren zu lassen. „Als Sportler sind wir alle zutiefst dem Fair Play-Gedanken verpflichtet. Es sollte daher für jeden eine einfache menschliche Geste sein um anderen zu helfen, die unverschuldet unter einer solchen Krankheit leiden. Sie sollen eine Chance bekommen.“

Dass die Prozedur nicht wehtut und in kurzer Zeit erledigt sei, fügte er als Zusatz seinem Appell hinterdrein. In der Tat dauerte es jeweils nur wenige Minuten, in den die Spender das notwendige Formular ausgefüllt hatten und mit den zwei Wattestäbchen Speichel im Mund aufgenommen hatten. Danach erhielt jeder von ihnen einen Spenderausweis, denn nun sind sie in der Spenderkartei der Deutschen Stammzellendatei aufgenommen. Diese Aufnahme gilt bis zum vollendeten 55. Lebensjahr. Eine erneute Spende ist in dieser Zeit nicht notwendig.

Als einer der Ersten unterzog sich Michael Schütze diesem Prozedere. „Ich hatte schon längst über eine Typisierung nachgedacht. Bisher ergab sich jedoch keine Gelegenheit dafür. Deswegen habe ich den heutigen Anlass zur Registrierung wahrgenommen“. Seinem Beispiel folgten wenig später auch Lisa Förster aus Weißwasser sowie der Krauschwitzer Matthias Gelfert. Er äußerte: „Wenn meine Daten zu jemanden passen, der Hilfe benötigt, dann kann das sein Leben retten.“

Den Anstoß für diese Aktion gab Frank Budszun, der als Moderator für zahlreiche Veranstaltungen vielen Weißwasseranern gut bekannt ist. Während des Aktionstages Krebs am 16. Dezember 2017 erlebte er im Salon „Cut and style“am Boulevard die große Aufgeschlossenheit, als es darum ging, sich Typisieren zulassen. Daraus erwuchs der Gedanke an die Wiederholung einer solchen Aktion. Denn das Anliegen von damals ist so aktuell wie eh und je. Im SV Grün-Weiß fand er schließlich einen Partner, der sich diesem wichtigen Anliegen nicht verschließen wollte.

Wer nun während des Turniers keine Gelegenheit fand, der kann diese im Verlauf jeder Blutspende nachholen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich die Unterlagen nach Hause schicken zu lassen und die Typisierung in den eigenen vier Wänden vor zu nehmen.

Zum Finale des Turniers zogen sowohl Jens Werner als auch Grit Schulz eine positive Bilanz der Veranstaltung als auch der Aktion: „Wir hatten hier zwar keinen Massenansturm, aber jeder gewonnene Spender ist wichtig,“ stellte die Koordinatorin fest. Jens Werner richtete einen herzlichen Dank an das Landau-Gymnasium und dessen Hausmeister Mario Gernert. Denn er hatte die Halle vorbildlich für das Turnier vorbereitet. Die Schulleitung stimmte der Nutzung ihrer Sporthalle sofort zu. Dies ist oft jedoch keine Selbstverständlichkeit.