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Zweisprachigkeit als Einbahnstraße?

SZ-Leser Alexander Hennig wundert sich darüber, dass am „Serbski Dom“ in Bautzen die deutsche Übersetzung fehlt.

© Julian Nitzsche, CC BY-SA 4.0

Von Jens Fritzsche

Bautzen. Nun gut, die Übersetzung ist nicht so schwierig. Dass „Serbski Dom“ im Deutschen „Haus der Sorben“ heißt, weiß natürlich auch SZ-Leser Alexander Hennig, der regelmäßig an diesem Haus mitten in Bautzen vorübergeht. Und doch stellt er sich eine Frage, die ihn beim Lesen eines SZ-Beitrags nun eine E-Mail schreiben ließ. Der Beitrag befasste sich mit dem Wunsch, künftig zum Beispiel auch Radwege nicht nur deutsch, sondern auch sorbisch zu beschriften. Er habe grundsätzlich nichts gegen zweisprachige Beschriftungen, macht Alexander Hennig deutlich. Aber dann müsste man doch auch „mal vor der eigenen Haustür kehren“, schreibt er. Und meint damit das Haus der Sorben, an dem nur die sorbische Bezeichnung in großen Buchstaben an der Fassade zu finden ist. „Den einzigen deutschen Hinweis findet man lediglich auf der Stadtführertafel“, wundert er sich. Gerade mit Blick auf die zahlreichen Touristen würde er sich eine deutsche Beschreibung wünschen.

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So gänzlich unberechtigt findet Bärbel Felber die Frage nicht. Die Pressesprecherin der Domowina – dem Dachverband sorbischer Vereine und Institutionen – verweist in diesem Zusammenhang allerdings auf den Denkmalschutz: „Das Gebäude steht so, wie es derzeit dasteht unter Denkmalschutz.“ Eine zusätzliche Beschriftung würde damit die Fassade verändern. Dennoch werde man über das Thema reden und nachdenken, sagt sie. Mit dem Thema Denkmalschutz musste sich auch Linken-Landtagsabgeordneter Heiko Kosel – selbst Sorbe – schon regelmäßig beschäftigen. „Allerdings meist mit Blick auf das Problem, an historischen Gebäuden zusätzlich zum Deutschen auch noch eine sorbische Bezeichnung anzubringen“, sagt er. Das sei bisher nirgends gelungen. „Am Serbski Dom ist das nun derselbe Fall“, so Kosel. Wobei man in Bautzen schon regelmäßig versuche, gerade für touristische Gebäude, Wege zu finden. Am sorbischen Museum zum Beispiel. „Aber das größere Problem bleibt dennoch der Nachholbedarf in Sachen Gleichberechtigung der Sprachen mit Blick auf die sorbischen Übersetzungen“, ist der Landtagsabgeordnete überzeugt. Es gehe hier um gelebte Gleichberechtigung im zweisprachigen Gebiet, so Kosel.