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Zweite Chance für Gasthof Müller?

Die Rennersdorfer wollen im Haus ein Gemeindezentrum. Ob sich das lohnt, soll jetzt bewertet werden.

© Dirk Zschiedrich

Von Anja Weber

Stolpen. Lohnt es sich, den ehemaligen Gasthof Müller zu sanieren oder nicht? Bringt ein Neubau mehr? Braucht der Stolpener Ortsteil überhaupt noch ein zweites Gemeindezentrum? Diese Fragen sollen in einer Machbarkeitsstudie geklärt werden. Die Stadt will diese in Auftrag geben. Das ganze wird durch das Leader-Programm gefördert. Der zuständige Ausschuss hat das bereits bestätigt.

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Der Gasthof Müller war schon früher ein origineller Mittelpunkt im Ort. Hier traf man sich zu Hochzeitsfeiern und nach Beerdigungen.
Der Gasthof Müller war schon früher ein origineller Mittelpunkt im Ort. Hier traf man sich zu Hochzeitsfeiern und nach Beerdigungen. © Dirk Zschiedrich

Damit sind die Befürworter des Gemeindezentrums, allen voran die Mitglieder des Dorf- und Heimatvereins, schon einen wesentlichen Schritt vorangekommen. Und für die Stadt Stolpen hält sich das finanzielle Risiko erst einmal in Grenzen. Immerhin werden die Planungsleistungen gefördert. 35 000 Euro sollen die kosten. 80 Prozent kommen als Fördermittel, bleibt ein Eigenanteil von etwa 7 000 Euro.

In Rennersdorf-Neudörfel gibt es zwar schon ein Gemeindezentrum mit Kegelbahn. Doch das Gebäude liegt in einem Bereich, der kaum bewohnt ist. Außerdem trennt die vielbefahrene Staatsstraße den eigentlichen Ortskern von dem Gemeindezentrum. Deshalb sollte mitten im Ort nun eine Möglichkeit geschaffen werden, wo sich alle Einwohner treffen, auch diejenigen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind.

Schnell war die Idee mit dem Gasthof Müller geboren. Dort fanden seit jeher die Veranstaltungen im Ort statt. Die Eigentümer hatten aber aufgehört. Das Gebäude steht leer. Und der Zustand ist nicht mehr der beste. Nach ebenfalls zähem Ringen zwischen Einwohnern und Stadt entschloss man sich im Rathaus, das Areal zu kaufen. Dabei blieb es. Die Einwohner gaben sich damit nicht zufrieden, drängten auf Entscheidungen im Stadtrat. Doch dort zögerte man. Schließlich kommt nach einer Studie für gewöhnlich der zweite Schritt, egal, in welche Richtung der führt. Und der würde dann sicherlich etwas mehr kosten. Die Frage des Geldes für Sanierung oder Umbau oder Neubau steht auch weiter im Raum.

Joachim Oswald, Regionalmanager für das Förderprogramm Leader in der Sächsischen Schweiz, sprach dem Gasthof-Projekt bei einer Beratung im Stolpener Stadtrat gute Chancen zu, und das nicht nur die Studie betreffend, sondern auch für den Ausbau. Es könnte Geld für Arbeiten geben, damit das Gebäude wieder genutzt werden kann, sagte der Regionalmanager. Neue Tische und Stühle für einen Gemeinschaftsraum werden zwar nicht gefördert, aber Sanitäranlagen.

Allerdings dürfe man nicht so lange überlegen. Bis 2020 können 19,6 Millionen Euro Fördermittel abgerufen werden. Ob davon auch noch weiter Geld in den ehemaligen Gasthof Müller fließt oder auch fließen kann, wird letztlich die Studie zeigen. Bereits jetzt wird das Haus von den Einwohner gut genutzt, obgleich es nicht mehr im besten Zustand ist. So fand unter anderem das Osterbasteln für die Kinder hier statt. Auch die Ostereier für die Krone wurden in dem Gebäude bemalt.