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Zweiter Frühling für ein altes Haus

Die WGP saniert in Kürze das Gebäude Hauptstraße 17 in PIrna-Copitz mit acht Wohnungen. Das gelingt nur dank zusätzlicher Zuschüsse.

Trist und grau: Vom Charme des Baujahres 1920 ist bei dem Haus Hauptstraße 17 in Copitz nicht viel geblieben. Dank zusätzlicher Fördermittel will die WGP das Gebäude aber ab diesem Jahr sanieren lassen. © Norbert Millauer

Das Haus Nummer 17 erhebt sich wuchtig über der Hauptstraße in Copitz, das Gebäude steht unweit der Kreuzung Dammstraße – und es hat schon einmal bessere Zeiten gesehen. Zeit und Wetter habe die Fassade ergrauen lassen, der Friseur im Erdgeschoss ist längst ausgezogen, die Wohnungen stehen seit Jahren leer. Mit der Tristesse soll es allerdings bald vorbei sein. Die Städtische Wohnungsgesellschaft Pirna (WGP) will das Gebäude in Kürze sanieren und das Hinterland in Richtung Dammstraße herrichten lassen. Die SZ stellt das Projekt vor.

Warum wird das Haus erst jetzt saniert?

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Nach Aussage von WGP-Chef Jürgen Scheible wurde das Haus Hauptstraße 17 in Copitz 1920 errichtet. Das Gebäude hat vier sogenannten Vollgeschosse plus Dachboden. Drinnen gibt es bislang sieben Wohnungen und die kleine Gewerbeeinheit im Erdgeschoss. Der Standard entsprach der Bauzeit. Die Toiletten waren außerhalb der Wohnung eine Treppe tiefer, daran hat sich bislang auch nichts geändert. Seit 2007 steht das Haus komplett leer, Mieter und der Friseursalon Karl Markusch waren ausgezogen. Die WGP versuchte anschließend mehrfach, das Objekt zu verkaufen. Laut Scheible fand sich allerdings kein ernsthafter Interessent. Um es selbst zu sanieren, fehlte der WGP damals das Geld. Weil aber das Haus inzwischen im Fördergebiet „Alt-Copitz“ liegt, bestand für das Wohnungsunternehmen eine Chance, Fördermittel zu bekommen, die der Stadtentwicklungsausschuss bereits genehmigt hat. „So entschlossen wir uns letztendlich, das Haus selbst zu modernisieren“, sagt Scheible.

Welche Arbeiten sind an dem Haus geplant?

Im Haus gibt es 566 Quadratmeter Wohnfläche. Auf jeder Etage befindet sich je eine Zwei- sowie eine Dreiraumwohnung. Außer im Erdgeschoss – dort existiert rechts noch die kleine Gewerbeeinheit. Die Außenhülle des Hauses sowie die Wohnungen werden von Grund auf saniert. Das Dachgeschoss wird allerdings nicht zu Wohnraum umgebaut, der Friseursalon schon, sodass es später acht Quartiere im Haus geben wird. Bei der Sanierung, sagt Scheible, versuche die WGP, die bisherigen Wohnungsstrukturen weitgehend zu erhalten. Jedoch werden einige Wände verschoben, um moderne Küchen und Bäder einzubauen. Alle Bäder sollen sowohl mit Dusche, als auch mit Wanne ausgestattet werden – ebenso mit einer Toilette, der früher übliche Gang ins Treppenhaus hat sich dann erledigt. An der Rückseite des Hauses montieren die Fachleute noch sechs Balkone für die Wohnungen in den oberen Etagen. Die Erdgeschoss-Quartiere bekommen auf der Rückseite eine Tür als Ausgang zu einer kleinen Terrasse, die sich nach hinter erstreckt. Die Zweizimmer-Wohnungen werden nach der Sanierung etwa 60, die Dreizimmer-Wohnungen zwischen 70 und 80 Quadratmeter groß sein. Auch die ergraute Fassade wird neu angestrichen, die Farbe steht noch nicht fest. Laut Scheible favorisiert die WGP einen dezenten Ton, die genauen Nuancen werden noch mit den Denkmalschützern abgestimmt, weil das Haus unter Denkmalschutz steht.

Was geschieht auf der Rückseite des Hauses?

Das Projekt im Hinterland des Hauses, das zur Dammstraße zeigt, war anfangs umstritten. Auf dem Areal stand einmal eine Scheune, die die WGP abreißen wollte. Der Verein „Kuratorium Altstadt Pirna“ und Denkmalbewahrer hielten sie jedoch für schutzwürdig, weil die Scheune aus ihrer Sicht das letzte erhaltene Überbleibsel des alten Turmgutes – ein historischer Dreiseithof – sei. Recherchen der Stadt ergaben allerdings, dass die vorhandene Scheune viel später gebaut worden sein muss als das Turmgut, und dass vom Turmgut selbst offenbar nichts übrig geblieben war. Unter Denkmalschutz stand die Scheune nicht. Im Herbst 2017 ließt die WGP die Scheune abreißen, das Türmchen aber wurde gesichert – und wird vielleicht später im Garten wieder aufgestellt. Auf der Freifläche entstehen künftig 18 Pkw-Stellplätze für die Mieter. Überdies gibt es hinter dem Haus einen Garten mit Wiese, den alle Bewohner benutzen können. Darüber hinaus befindet sich dort später eine Fläche für die Mülltonnen und ein Wäscheplatz. „Wir mussten einfach vieles nach hinten verlagern, weil vorn wegen der Hauptstraße kein Platz ist“, sagt Scheible.

Wann soll die Sanierung des Gebäudes beginnen?

Laut Scheible läuft derzeit die Feinplanung für die Sanierung. Ist diese fertig, wird das Projekt ausgeschrieben. Der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen. Die WGP rechnet mit einer Bauzeit von einem reichlichen Jahr. 2020 könnten demnach die ersten Mieter einziehen – vorausgesetzt, es finden sich Baufirmen mit freien Kapazitäten, um diesen Termin zu halten.

Was kostet es das, das Haus zu modernisieren?

Nach Auskunft der WGP kostet das gesamte Vorhaben 1,6 Millionen Euro. Das Unternehmen bekommt einen Zuschuss von 450 000 Euro aus Städtebaufördermitteln, weil das Haus im Sanierungsgebiet „Alt-Copitz“ liegt.

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