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Zweites Leben für das Barockhotel Stadt Leipzig

Nach Jahren des Stillstands ist das Haus in Dresden verkauft worden. Nun äußert sich der neue Besitzer erstmals zu seinen Plänen.

© Marion Doering

Von Sarah Herrmann

Schon mehrfach ist ein Termin für die Sanierung des einstigen Hotels Stadt Leipzig verkündet worden. Genauso oft stellte sich dieser als leeres Versprechen heraus. Doch diesmal ist etwas Entscheidendes anders. Denn der Eigentümer des Denkmals an der Ecke Heinrichstraße/ Rähnitzgasse hat vor Kurzem gewechselt. Gegenüber der SZ äußert sich der neue Besitzer nun erstmals zu seinen Plänen.

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Der neue Eigentümer, das Dresdner Unternehmen IIG, will die Pläne des Vorbesitzers nur punktuell ändern. © Marion Doering
Seit den späten 1980er-Jahren steht das Gebäude leer. © Sven Ellger

Der bisherige Eigentümer – die Hotel Stadt Leipzig Objektgesellschaft mbH, die zum Warschauer Unternehmen Griffin Real Estate gehört – hatte den Bau von 32 Eigentumswohnungen und vier Gewerbeeinheiten geplant. Für die Pläne wurde bereits eine Baugenehmigung erteilt. Doch der Investor hatte sich scheinbar bei der Finanzierung verkalkuliert, schätzt der aktuelle Eigentümer.

„Bei einem Denkmal ist es wichtig, dass die Wohnungen erst verkauft werden, bevor der Bau beginnt“, sagt Uwe Werwach, Geschäftsführer des Dresdner Unternehmens IIG. Er habe bereits für den Großteil der Apartments Reservierungen. „Das Gebäude war lange Jahre in den Händen von ausländischen Firmen. Vielleicht haben sich diese übernommen.“

An den Plänen des Vorgängers sei grundsätzlich nichts auszusetzen. Deswegen sollen sie kaum verändert werden. „Es gibt bereits eine Baugenehmigung, und die hat weiterhin Bestand“, sagt Werwach. „Wir nehmen zum Beispiel kleinere Grundrissänderungen vor“, sagt er. Die Anzahl der Wohnungen soll sich aber in der gleichen Größenordnung bewegen wie zuvor geplant. Trotzdem sind noch einige Absprachen mit dem Bau- und dem Denkmalschutzamt notwendig.

Die Gespräche laufen bereits

„Ich bin allerdings zuversichtlich, dass die Abstimmung schnell funktioniert“, so der Investor. „Schließlich gibt es von allen Seiten ein großes Interesse daran, dass der Bau schnell beginnt.“ Im Winter lohne es sich natürlich nicht, die Arbeiten zu starten. Außerdem dauere es seine Zeit, Baufirmen zu beauftragen. Deren Auftragsbücher quellen derzeit über. Deswegen peilt Werwach an, dass die Sanierung des Gebäudes im Frühjahr 2019 beginnt.

Darauf warten Anwohner und Politiker schon sehr lange. Bereits 2012 wurden die ersten Pläne bei der Stadt eingereicht. Seit 2014 liegt eine Baugenehmigung vor. Passiert ist seitdem allerdings nicht viel. Vor allem, weil die Finanzierung lange Zeit wackelte. Auch offene Rechnungen hatten für Ärger gesorgt.

Archäologische Ausgrabungen auf dem Hof haben allerdings bereits stattgefunden. Außerdem wurde der bisherige Eigentümer zu Sicherungsarbeiten verpflichtet. Mehrfach hatte eine Bürgerinitiative seine Enteignung gefordert – frustriert von dem Stillstand. Dazu sah die Stadtverwaltung aber keine Handhabe. Dafür erhöhte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) in mehreren Gesprächen den Druck auf den Investor.

Auch mit dem neuen Eigentümer habe es jüngst ein Treffen gegeben, teilt seine persönliche Referentin Doris Oser auf SZ-Anfrage mit. „Er informierte die Stadtverwaltung, die schon erteilte Baugenehmigung bis auf kleine Änderungen bei den Grundrissen zügig umsetzen zu wollen“, berichtet Oser über den Inhalt. „Darüber wird es am Tisch von Herrn Schmidt-Lamontain mit der Denkmalbehörde in Kürze ein weiteres Gespräch geben.“

Neu in dem Terrain ist die IIG jedenfalls nicht. Das Unternehmen hat schon einige Projekte in Dresden umgesetzt und ist auch derzeit im Stadtgebiet aktiv – auch mit der Sanierung von Denkmälern. So wird zurzeit eine ehemalige Scheune in Alttrachau umgebaut. Dort entstehen zwölf Eigentumswohnungen. Auch eine alte Zigarettenfabrik sowie ein Hofanwesen am Postpalais werden saniert. Das Motto des Unternehmens „Tradition trifft Moderne“ soll nun auch am Hotel Stadt Leipzig umgesetzt werden.

Das Gebäude im Dresdner Barockviertel wurde 1457 erstmals erwähnt. Passend zum Namen des Viertels wurde es 1685 nach dem großen Stadtbrand im barocken Stil wiederaufgebaut. Seit den späten 1980er-Jahren steht der Prunkbau leer. Die Hauswand zur Heinrichstraße muss mit Holzpfosten abgestützt werden, weil sie einsturzgefährdet ist. Deswegen wird sich ein Teilabriss nicht vermeiden lassen. Der Wiederaufbau soll aber originalgetreu erfolgen. Nur der geplante Neubau im Hof wird ein modernes Antlitz erhalten.