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Polizei verhaftet Dealer mit Waffe und falschem Impfpass

Bei einer Razzia im Westerzgebirge wurden Beamte bei einer Razzia gleich mehrfach fündig: Drogen, eine Waffe, ein falscher Impfpass und ein Nazi-Schwibbogen.

Von Erik-Holm Langhof
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Die Polizei in Zwickau hat bei einer Razzia in Hirschfeld mehr als ein Kilo Drogen gefunden. Hinzu kommt eine Waffe sowie ein gefälschter Impfpass.
Die Polizei in Zwickau hat bei einer Razzia in Hirschfeld mehr als ein Kilo Drogen gefunden. Hinzu kommt eine Waffe sowie ein gefälschter Impfpass. © Polizeidirektion Zwickau

Hirschfeld. Ermittler der Polizeidirektion Zwickau haben bei einer Razzia Drogen, Bargeld und eine Waffe gefunden. Das ist das Ergebnis einer rund ein Jahr andauernden Ermittlung.

Nach Angaben eines Polizeisprechers durchsuchten bereits am Montagvormittag drei Beamte ein privates Grundstück in der Gemeinde Hirschfeld bei Zwickau. "Der Bewohner, ein 34-jähriger Deutscher, wurde am Montagmorgen von Spezialeinsatzkräften der Polizei widerstandslos festgenommen", teilte der Sprecher mit.

"Noch in seinem Beisein fanden die Beamten in den Wohnräumen des Mannes und einer Scheune erhebliche Mengen an Heroin (330 Gramm), Crystal (280 Gramm), Marihuana (415 Gramm), 1.900 Ecstasy Tabletten sowie anabole Steroide." Nach Polizeiangaben hätten die gefundenen Substanzen einen Marktwert von etwa 60.000 Euro.

Zu den gefundenen Betäubungsmitteln kommen noch 4.445 Euro Bargeld sowie eine funktionstüchtige Druckluftwaffe hinzu. Den Ermittlern zufolge haben alle aufgefundenen Substanzen eine gute bis sehr gute Qualität.

Mindestens fünf Jahre für bewaffneten Drogenhandel

"Um genau zu prüfen, welchen Wirkstoffgehalt die verschiedenen Rauschmittel haben, werden diese im Landeskriminalamt untersucht. Diese Werte haben Einfluss auf das zu erwartende Strafmaß", erklärt der Polizeisprecher.

Ungeachtet dessen wird nun nicht nur wegen Drogenhandels ermittelt, sondern aufgrund der gefundenen Luftdruckwaffe wegen bewaffneten Drogenhandels. Hier liegt das Mindeststrafmaß dem Sprecher zufolge bei fünf Jahren.

Diesen gefälschten Impfpass fanden die Polizisten ebenfalls in der Wohnung des verdächtigen 34-Jährigen in Hirschfeld.
Diesen gefälschten Impfpass fanden die Polizisten ebenfalls in der Wohnung des verdächtigen 34-Jährigen in Hirschfeld. © Polizeidirektion Zwickau

Zu den bereits gefundenen Betäubungsmitteln kommt außerdem hinzu, dass Beamte einen gefälschten Impfausweis in der Wohnung des Tatverdächtigen fanden. "Er trug den Stempel einer DRK-Impfstelle, aber das DRK impft überhaupt nicht. Nur Ärzte impfen", so der Polizeisprecher. Nach einem Bericht von Tag24 sollen die Polizisten außerdem einen Schwibbogen mit verbotenen Nazi-Symbolen gefunden haben.

Ein Haftrichter erließ bereits am Montag Haftbefehl und ordnete die Untersuchungshaft gegen den 34-Jährigen an. Er sitzt seitdem in einer Justizvollzugsanstalt.

Erst am Dienstag hatte das Landeskriminalamt mitgeteilt, den bisher größten Drogenfund in Mittelsachsen gemacht zu haben. In einer Lebensmittelfabrik fanden die Ermittler 700 Kilogramm Kokain in Rohrzucker versteckt.