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Zwinger-Pavillon hat wieder ein dichtes Dach

Die Kunsthandwerker arbeiten zügig am Wall. Derzeit werden Brunnenbecken im Durchgang saniert.

© René Meinig

Von Peter Hilbert

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Seit Jahren prägen Kunsthandwerker das Bild in Dresdens berühmtester Touristenattraktion. Am Wallpavillon als dem bedeutendsten im Zwinger hatten sie im Herbst 2014 mit den Vorarbeiten begonnen. Mittlerweile haben die Restauratoren und Kunsthandwerker schon viel geschafft. So sind die Gerüste im Obergeschoss gefallen und die in der Zwingerbauhütte restaurierten Sandsteinskulpturen wieder zu sehen, allen voran der griechische Gott Herkules, der ganz oben auf dem Pavillon steht.

Der Hüne sieht in seinen hellen Brauntönen schmuck aus. Er und weitere Figuren an der sogenannten Attika, die das Kupferdach verkleidet, sollen die Verschmelzung von griechischer Mythologie und politischem Machtanspruch von August dem Starken darstellen. Denn der sächsische Kurfürst und polnische König ließ den heute weltberühmten Zwinger von seinem Hofbaumeister Pöppelmann als Zeichen seiner Macht errichten.

Kronleuchter hängt bereits im Saal

Der Wallpavillon war 1715 fertiggestellt, bei den Bombenangriffen 1945 zerstört und bis Ende der 1950er-Jahre wieder aufgebaut worden. Allerdings war eine Restaurierung dringend nötig. Denn es gab große Schäden an der Fassade, dem Dach, den Treppenaufgängen und an Leitungen. Vieles davon ist mittlerweile wieder in Ordnung gebracht.

„Fertiggestellt ist jetzt die Reparatur der Kupferdacheindeckung“, erläutert Sprecherin Andrea Krieger vom Staatsbetrieb Sächsisches Bau- und Immobilienmanagement (SIB). Der kümmert sich um alle Bauarbeiten im Zwinger. Auch die Gesimse unterm Dach haben jetzt neue, schützende Bleche erhalten. Kurz vorm Abschluss sind die Arbeiten im Saal. Dort haben Handwerker unter anderem Türen, Fenster, Sonnenschutz und die Haustechnik erneuert. Außerdem haben Maler frische Farbe aufgetragen. Der Kronleuchter ist mittlerweile schon wieder montiert, erklärt Krieger.

Derzeit arbeiten die Bauleute an der westlichen Treppenanlage zur Bogengalerie K, die in Richtung Ostra-Allee liegt. Dort werden Treppenstufen und Wandplatten abgebaut. Danach soll die Anlage samt der Wandplatten und Balustraden instand gesetzt werden. Im nächsten Jahr kommt die östliche Treppe an die Reihe.

Auf der Hofseite sind Handwerker dabei, die Fassaden der Arkadenbögen mit der Sandstein-Figurengruppe der Hermen zu restaurieren. Bei den wertvollen Kunstwerken müssen die Steinmetze sehr behutsam vorgehen. Zuerst reinigen sie die Sandstein-Oberflächen mit Bürsten, an sensiblen Stellen sogar mit Pinseln. Verkrustete Bereiche kratzen die Fachleute mit Skalpellen ab. Um sie zu schonen, werden dabei keine chemischen Zusatzstoffe eingesetzt. Besonderen Aufwand betreiben die Handwerker, um Salz aus den Oberflächen zu entfernen. Dafür bringen sie einen Brei aus Zellstoffkompressen auf. Letztlich ergänzen die Steinmetze noch fehlende Stellen und tragen eine schützende Silikonharz-Lasur auf. So ist die Oberfläche der Skulpturen zwar luftdurchlässig, aber vor Wind und Wetter geschützt.

Begonnen hat auch die Restaurierung des Vestibüls, der „Durchgangshalle“, umreißt die Sprecherin einen weiteren Bauabschnitt. Dort sanieren Handwerker die Brunnenbecken. Zudem verlegen sie neue Leitungen für den künftigen Betrieb der Wasserspiele. Ein Gerüst wurde aufgebaut, um in den kommenden Wochen das Vestibül restaurieren zu können. Geplant ist unter anderem, ausgebrochene Stellen an der Decke zu reparieren und die Wände, Pfeiler und weitere Bauteile der wertvollen Sandsteinarchitektur zu sanieren. „Die Arbeiten liegen im geplanten Zeitrahmen“, erklärt die SIB-Sprecherin. Ende 2017 soll der Wallpavillon saniert sein.