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Dresden

Zwingerbrunnen sprudeln bald wieder

Die schützenden Hüllen werden jetzt entfernt. Ein Brunnen wurde auf besondere Weise bearbeitet.

Fünf Monate waren die Wandbrunnen an dieser Langgalerie des Zwingers verhüllt. Im Winter bieten sie den nötigen Schutz. Vor Beginn der Brunnensaison werden die Hüllen entfernt. © Marion Doering

Die Mitarbeiter der Zwingerbauhütte haben diese Woche eine besondere Aufgabe, um die warme Saison vorzubereiten. Deshalb sind im Zwingerhof auch Bereiche an der Langgalerie unter dem Kronentor abgesperrt. Mithilfe eines kleinen Krans werden die schützenden Hüllen an den Wandbrunnen entfernt. Diese sogenannten Einhausungen aus Aluminium und Spezialfolie leisten seit Jahren gute Dienste.

Sie sollen vor allem den feinporigen Sandstein vor dem Frost-Tau-Wechsel im Winter schützen. So werden die Sandstein-Kunstwerke davor bewahrt, sich voll Wasser zu saugen. Dadurch verringert sich die Gefahr, dass das Wasser gefriert und so die Sandsteinoberfläche sprengt.

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Bei einigen Brunnenteilen handelt es sich um Originale aus der Bauzeit der Galerien zwischen 1714 und 1718. Im Jahr 2009 war der Winterschutz erstmals aufgebaut worden. Bis Ende dieser Woche sollen diese Arbeiten komplett abgeschlossen werden, teilt Sprecher Alwin-Rainer Zipfl vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) mit. So könne der Betrieb der Brunnen vorbereitet werden, sodass sie pünktlich zum Osterwochenende wieder sprudeln.

An einem Brunnen wird aber noch bis Juni ein Gerüst stehen. Er befindet sich an der Langgalerie auf der Rückseite des Mathematisch-Physikalischen Salons. Wegen der hohen Salzbelastung sind regelmäßig Kontroll- und Wartungsarbeiten nötig. Denn über das Spritzwasser kommt immer wieder Salz in den Sandstein, was zu einer beschleunigten Zerstörung der Oberflächen führt. Einerseits werden Zellstoff-Kompressen aufgebracht, die dem Stein das Salz entziehen. Die werden aber noch diese Woche bei der Abnahme der Hüllen entfernt, so Sprecher Zipfl. „Wir verfolgen das Konzept, jährlich einen der insgesamt zehn Wandbrunnen restauratorisch zu bearbeiten“, erklärt er. Dazu zählen unter anderem die Reinigung, Entsalzung, Sicherung der Steinsubstanz und die Fugenpflege. An dem eingerüsteten Wandbrunnen werden diese Arbeiten bis Juni dauern. Dabei testen Fachleute verschiedene Konservierungsvarianten. Deren Wirksamkeit wird über Jahre beobachtet und verglichen.