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Zwischen Organ-Puzzle und Robotervorführung

Die Ebersbacher Oberschule gab am Samstagvormittag einen Einblick in ihre Lernangebote und pädagogischen Konzepte.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Manfred Müller

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Ebersbach. Am Torso-Modell im Biologiekabinett herrscht Hochbetrieb. Fasziniert puzzeln Fünftklässler in spe Leber, Magen und Darm in den Bauchraum. „Das ist jedes Jahr so“, lächelt Bio-Lehrerin Kathrin Müller. Allerdings werden sich die frischgebackenen Oberschüler bis zur Klasse sieben gedulden müssen, ehe sie die inneren Organe wieder in die Hand bekommen. Erst dann steht der menschliche Körper im Lehrplan.

Martin, Philipp und Sebastian (Klasse 10, v. l.) zeigen hier im Informatikkabinett die Funktion und Programmierung der Lego-Roboter.
Martin, Philipp und Sebastian (Klasse 10, v. l.) zeigen hier im Informatikkabinett die Funktion und Programmierung der Lego-Roboter. © Klaus-Dieter Brühl

Aber nicht nur die Neuen, die nach den Sommerferien hierher kommen werden, machen sich am Torso zu schaffen. Auch viele angestammte Oberschüler beteiligen sich beim Tag der offenen Tür eifrig am Organ-Puzzle. Im Unterricht hätten sie meist nicht genug Zeit, um wirklich jeden ausgiebig probieren zu lassen, erklärt Kathrin Müller. Die Oberschule Ebersbach ist bekannt für ihre vielfältigen Angebote und Projekte im Fach Biologie. Sie betreibt zum Beispiel einen eigenen Kräutergarten. Aus den Gewächsen werden dann leckere Gerichte zubereitet und bei den verschiedensten Gelegenheiten, etwa bei der Lauterbacher Schlossweihnacht, an den Mann gebracht. Eine gesunde Alternative zu den üblichen Kuchen-Basaren sozusagen. Überhaupt wird in Ebersbach die Gesundheits-Thematik großgeschrieben. Etliche Klassen beteiligen sich am Anti-Raucherprogramm „Be smart – don´t start“, bei dem sich die Schüler bewusst vom Glimmstängel fernhalten. Jeder bekommt einen Codenamen und trägt sich damit in eine Liste ein, die darüber Auskunft gibt, wann wer geraucht oder es eben sein gelassen hat. Eine Art Selbstkontrolle; die Lehrer mischen sich da nicht ein. „Aber wenn eine ganze Klasse es ablehnt, bei dem Projekt mitzumachen“, sagt Kathrin Müller, „wissen wir, dass es dort Handlungsbedarf gibt.“

Die zweizügige Landschule, in der derzeit 20 Stammlehrer 232 Schüler unterrichten, ist generell für ihre familiäre Atmosphäre bekannt. „Wenn auf dem Gang ein fremdes Gesicht auftaucht, bekommen wir das mit“, sagt Schulleiterin Birgit Büchner. Die überschaubare Größe hat den Vorteil, dass die Lehrer ihre Pappenheimer kennen und individuell auf jeden eingehen können. Es gibt eine sozialpädagogische Betreuung und eine Inklusionsassistentin, die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterstützt. Außerdem werden Teambildung und Streitschlichtung trainiert. Zehntklässler, die weiterführende Schulen besuchen wollen, werden mit zusätzlichen Mathe-Angeboten für ihre künftige Laufbahn fit gemacht. „Insgesamt ist die Durchfallerquote bei uns sehr gering“, erklärt Birgit Büchner.

Dass jemand vorzeitig von der Schule abgehen muss, sei die Ausnahme. Die Ebersbacher Schulleiterin ist sich sicher, dass sie im kommenden Schuljahr wieder zwei fünfte Klassen zusammenbekommen wird. Voriges Jahr habe das die Demografie nicht hergegeben, aber im Moment sehe es recht gut aus. Im Gegensatz zur Grundschule können sich Kinder und Eltern aussuchen, welche Oberschule für sie in Frage kommt. Deshalb besuchen nicht nur Ebersbacher die hiesige Schule, sondern auch Großenhainer, Radeburger, Schönfelder und Steinbacher. Neben logistischen Fragen, wie der Busverbindung, spielen bei der Auswahl auch der Ruf der Schule und ihre Lehrangebote eine wichtige Rolle. Da kann Ebersbach zum Beispiel mit seinen Informatikangeboten punkten.

Richard Hoch zum Beispiel hat für den Tag der offenen Tür ein dreidimensionales Modell des Schulgebäudes erstellt. Man kann virtuell durch Gänge und Klassenzimmer wandeln – sogar die Waschbecken an den Wänden sind elektronisch nachempfunden. „Das Vorbereitungszimmer habe ich aber aufgeräumt dargestellt“, sagt der Neuntklässler. „Auf Wunsch unserer Lehrer.“

Sebastian Richter führt ein kleines Fahrzeugmodell vor – ähnlich einem Staubsaugerroboter setzt es sich selbst zurück, wenn es auf ein Hindernis trifft. Alles selbst programmiert und faszinierend für die künftigen Mitschüler. „Wer später an einer CNC-Maschine arbeiten oder Mechatroniker werden will“, sagt Informatik-Lehrer Volker Roßmüller, „kann hier schon mal sein räumliches Vorstellungsvermögen trainieren.“