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12 000 junge Sachsen bereiten sich auf Jugendweihe vor

Kurse über Geschichte, Demokratie - und Knigge-Regeln. In zahlreichen Veranstaltungen haben sich junge Sachsen auf die Jugendweihe vorbereitet. Anfang April beginnen die Feiern.

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Dresden. Die Jugendweihe, weltliche Alternative zur evangelischen Konfirmation und katholischen Firmung, bleibt beliebt in Sachsen. „Wir rechnen in diesem Jahr mit 12 000 Teilnehmern“, sagte der Präsident des sächsischen Verbandes für Jugendarbeit und Jugendweihe, Klaus Peter Krause, in Dresden. Das seien in etwa so viele wie im vergangenen Jahr. Die ersten Feiern gebe es Anfang April, die letzten Mitte Juni.

Um sich auf den Abschied von der Kindheit vorzubereiten, hätten die Mädchen und Jungen die Möglichkeit, an Jugendstunden teilzunehmen. Es gebe dabei Projekte zu Demokratie, Gesellschaft und Geschichte. So könnten die jungen Leute mit Abgeordneten, Anwälten und Richtern ins Gespräch kommen, Berufe mit Zukunft kennenlernen und sich bei Kniggekursen oder Stilberatungen fit für das Leben machen, sagte Krause.

Von etwa gleichbleibenden Zahlen berichtet auch die evangelische Kirche. Etwa 4900 Konfirmanden sagen in diesem Jahr Ja zum Glauben. Im vergangenen Jahr seien es 5000 gewesen, sagte der Sprecher des Landeskirchenamtes in Dresden. Für viele junge Leute bedeute die Teilnahme die Bewahrung einer Tradition.

Wie viele Firmungen es in diesem Jahr geben wird, konnte das Bistum Meißen nicht sagen. Die Firmung bietet den meist Jugendlichen die Möglichkeit, die eigene Taufe zu bestätigen und besiegelt endgültig die Mitgliedschaft in der Kirche.

Die Tradition der Jugendweihe reicht ins 19. Jahrhundert zurück. In der DDR, wo sie mit einem Gelöbnis auf den Sozialismus verbunden war, nahm seit 1955 nahezu jeder 14-Jährige mehr oder weniger freiwillig teil. Dem Festakt ging eine politische Schulung voraus. Damit hat die heutige Jugendweihe nichts mehr zu tun. (dpa)