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120.000 Tabak-Tote in Deutschland

© dpa

Fast jeder siebte Todesfall lässt sich aufs Rauchen zurückführen. Tabak- und Alkoholkonsum nehmen aber ab. Das gilt auch fürs jugendliche Rauschtrinken.

Von Linda Barthel

Die Deutschen trinken weniger Alkohol und greifen auch seltener zur Zigarette. Das zeigt der Drogen- und Suchtbericht 2016, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Der Pro-Kopf-Konsum von reinem Alkohol hat sich seit 1980 um fast drei Liter reduziert. Und auch das jugendliche Rauschtrinken nimmt ab.

Trotzdem gibt es nach wie vor jedes Jahr mehr als 15 000 Fälle, bei denen 10- bis 17-Jährige aufgrund einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingewiesen werden. Laut Todesursachenstatistik starben im Jahr 2013 zudem rund 15 000 Menschen an alkoholbedingten Krankheiten. Drei Viertel der Betroffenen waren Männer.

Im vergangenen Jahr wurden von der Polizei mehr als 1 200 drogenbedingte Todesfälle registriert. Das sind fast 19 Prozent mehr als 2014. Den größten Anstieg gab es in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland.

Allein das Bundesgesundheitsministerium gibt in diesem Jahr 2,5 Millionen Euro mehr als 2013 für Aufklärung und Forschung aus. So soll unter anderem der positive Wandel bei legalen Suchtmitteln weiter vorangetrieben werden. Denn auch der Tabakkonsum ist rückläufig. Zwar raucht immer noch rund ein Viertel der 18- bis 25-Jährigen, 2001 war es allerdings fast jeder Zweite. In keinem anderen Bundesland greifen so wenige Frauen zur Zigarette wie in Sachsen. Bei den Jugendlichen zwischen zwölf und 17 gibt es deutschlandweit sogar einen historischen Tiefstand. Weniger als acht Prozent der Altersgruppe rauchen.

Trotz des positiven Trends bei Erwachsenen und Jugendlichen starben alleine 2013 mehr als 120 000 Menschen in Deutschland an den Folgen ihres Zigarettenkonsums. Das macht fast 14 Prozent aller Todesfälle aus. „Wir brauchen das Tabakwerbeverbot“, so Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. In den letzten zehn Jahren hätten sich die Werbeausgaben der Tabakindustrie mehr als verdreifacht. „Damit muss Schluss sein. Das Außenwerbeverbot für Tabakprodukte muss zügig umgesetzt werden.“

Dann könnten die Raucherzahlen noch weiter sinken. Eine negative Entwicklung gibt es dagegen beim Konsum illegaler Drogen. In der Erhebung des Jahres 2012 zeigte sich insbesondere bei jungen Männern eine ansteigende Tendenz, die sich 2014 fortsetzte. Der frühe Konsum im Jugendalter ist jedoch seltener geworden.