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16 Tage auf der Elbe

Philipp Zeiler und Kevin Ludewig arbeiten sonst bei der Sparkasse. Jetzt paddeln sie 700 Kilometer – für einen bestimmten Zweck.

© privat

Von Josefin Möbius

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Gröditz. Eigentlich verbindet man Kanufahren und Gutes tun nicht miteinander. Der Gröditzer Philipp Zeiler und sein Kumpel Kevin Ludewig machen genau das: Gemeinsam wollen die beiden Sparkassen-Azubis von Schöna an der tschechischen Grenze elbabwärts bis in die Nähe von Hamburg paddeln. Insgesamt sind das 727 Kilometer. „Kevin und ich haben extra Urlaub für unsere Tour genommen“, sagt Philipp Zeiler. „Wenn das Wetter gut mitspielt, werden wir 16 Tage brauchen.“

Pro zurückgelegten Kilometer spenden die Beiden 20 Cent an den Verein „Sonnenstrahl“ in Dresden. Der setzt sich für krebskranke Kinder und deren Angehörige ein. So erfüllt der Verein jungen Menschen, die keine Aussicht auf Heilung haben, einen letzten Wunsch. Und genau darum geht es den Paddlern – um die Freude am Helfen. Im Vorfeld ihrer Paddeltour haben sie schon zahlreiche Spenden gesammelt. „Wir haben sowohl Sponsoren , die pro Kilometer einen Betrag dazugeben wollen, als auch Unterstützer, die uns bei den Kosten für die Ausrüstung halfen“, so Zeiler.

Die Idee, einen Paddelurlaub zu machen, hatten der 22-jährige Philipp und der 23-jährige Kevin schon seit langem. Dann kam Kevin darauf, das Ganze mit dem Spendensammeln zu verbinden. Bevor es am Freitag losgeht, haben die beiden schon einmal geübt: Die Freunde paddelten von Schöna nach Dresden acht Stunden lang und 54 Kilometer weit. Von da ging es nach Meißen – nochmals 28 Kilometer. Diese beiden Abschnitte werden nun auch die ersten zwei Tage der richtigen Tour sein.

„Wir mussten uns erst an die Strömung der Elbe gewöhnen, aber auch auf Verkehrsschilder achten“, sagt Zeiler. Das gelang Beiden gut, da sie keine Kanu-Anfänger sind. Pro Tag wollen sie in zwölf Stunden bis zu 70 Kilometer zurücklegen. „Wir fahren auch bei Regen oder Wind, das macht uns nichts aus“, erklärt Zeiler. Für den Fall, dass das Wetter mal gar nicht passen sollte, haben sie zwei Tage mehr eingeplant. – Auf Tour ernährt sich das Duo größtenteils von Konserven oder Terrinen für den Campingbedarf. „Ich denke trotzdem, dass wir uns vielleicht mal eine Pizza an die Elbe bestellen werden“, meint Philipp Zeiler scherzhaft. Eine Bleibe finden sie meist auf Campingplätzen oder auch in Pfarrhäusern. Vorher hatten die Paddler bei ihren Sponsoren angefragt, ob diese ihnen eine Unterkunft anbieten könnten. So zum Beispiel schickten sie dem Bürgermeister von Hirschstein eine E-Mail. Der erlaubte ihnen, auf dem Grundstück des Schlosses zu rasten.

Sonst sind die beiden Paddler dafür bekannt, gemeinsam in einer Band zu spielen. Ganz ohne Musik soll auch ihre Tour nicht bleiben: In Elster bei Wittenberg legen sie eine eintägige Pause ein, um ein Benefizkonzert zu geben. „Da können wir dann auch mal unsere Arme ausruhen“, sagt Philipp Zeiler.

Nach ihrer 700-Kilometer-Tour hoffen sie, keine Erholung zu brauchen. „Kevin geht gleich wieder arbeiten und ich mache einen Fahrradurlaub mit meiner Verlobten“, erzählt Philipp Zeiler.

Das gespendete Geld übergeben die Beiden am 12. August bei einem Konzert in der Kirche Koselitz.