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36 Kälber und 80 Säcke Futter in Nieder Neundorf gestohlen

Tiere und Nahrung sind zirka 11 000 Euro wert. Der Schaden für die Agrarprodukt Rothenburg ist wesentlich größer.

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Von Katja Schlenker

Wer macht denn so etwas? Am frühen Dienstagmorgen hat ein 37-jähriger Mitarbeiter der Genossenschaft Agrarprodukt Rothenburg das Fehlen von 34 Kälbern und 80 Säcken Futter im Nieder Neundorfer Stall bemerkt. Offenbar ist beides über Nacht aus dem Stall auf der Straße Am Taubenhübel gestohlen und mit einem Lkw abtransportiert worden, berichtet die Polizeidirektion Görlitz. Wie sich später herausstellt, fehlen sogar noch zwei Kälber mehr, als ursprünglich angenommen.

Fatal daran ist, dass die zwischen vierzehn Tagen und vier Wochen alten Nachwuchskühe alle drei bis vier Stunden gefüttert werden müssen. Der Wert der Kälber und des Tierfutters wird auf rund 11 000 Euro geschätzt. Doch der eigentliche Schaden für den Betrieb ist wesentlich höher. „Das sind Kälber, die wir für die Milchviehanlage aufziehen wollten“, sagt Geschäftsführer Stefan Förster. Eine gute Milchkuh gibt im Durchschnitt etwa dreißig Liter Milch am Tag und ist zirka 2 000 Euro wert. Die 36 Kälber könnten so als erwachsene Rinder 72 000 Euro wert sein.

Neben dem finanziellen Schaden ist Stefan Förster fassungslos, dass die Diebe nicht einmal mehr vor Tieren haltmachen. Die Frage ist, was die bisher unbekannten Täter von den Kälbern haben. Jene sind alle mit Ohrmarken gekennzeichnet und in Deutschland registriert, können nicht einfach so legal weiterverkauft oder geschlachtet werden. Zudem hatten es die Täter augenscheinlich auch auf einen Radlader abgesehen, der auf dem Betriebsgelände abgestellt gewesen ist – beziehungsweise auf dessen Batterie. Die haben die Täter ebenfalls mitgenommen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Stall in Nieder Neundorf bestohlen worden ist. Im Dezember vergangenen Jahres haben Diebe an einem Sonntagabend einen Teles-koplader vom Gelände gestohlen. Die Arbeitsmaschine vom Typ „John Deere 3420“ ist aus einer Scheune entwendet worden. Spuren im Schnee, die offenbar von der Arbeitsmaschine stammten, führten bis zu einer Fußgängerbrücke über die Neiße in Deschka.

Im aktuellen Fall ermittelt die Kriminalpolizei und sucht Zeugen, die in der Nacht von Montag zu Dienstag einen von Nieder Neundorf in Richtung Geheege fahrenden unbekannten Lkw bemerkt haben. Viel Hoffnung, die Kälber zurückzubekommen, hat Geschäftsführer Stefan Förster allerdings nicht.

Wer Hinweise zur Tat geben kann, melde sich bitte

bei der Polizeidienststelle in der Nähe oder telefonisch beim Polizeirevier in Görlitz unter  03581 6500.