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430 Trafohäuschen in 13 Jahren

© Dietmar Thomas

Das Bauunternehmen Wolfgang Liebig feiert 30-Jähriges. Dabei hat die Firma auch in der Region ihren Stempel hinterlassen.

Von Eric Mittmann

Hartha. Die schwerste Zeit habe er zwischen 1997 und 2010 erlebt, erzählte Wolfgang Liebig. „Es gab zu viele Bauunternehmen und -leute, während gleichzeitig die Auftragszahl zurückging. Viele Firmen mussten deswegen Konkurs anmelden und Mitarbeiter entlassen. Bei uns sank die Zahl von 30 Mitarbeitern auf zwölf.“ Daraufhin habe sich die Lage jedoch stabilisiert. In diesem Jahr nun feiert die Wolfgang Liebig Bauunternehmen GmbH ihr 30-jähriges Bestehen. „Wir haben es geschafft“, erklärte Liebig.

Angefangen hatte alles am 1. Januar 1988 – dem Tag, an dem sich Liebig selbstständig machte. „Zuvor habe ich als Bauleiter für das Bau- und Montagekombinat (BMK) Süd gearbeitet und dort bereits eine Baustelle mit 40 Leuten geleitet. Die Arbeit war allerdings sehr schwer. Es gab Engpässe beim Material und Diesel und auch die Organisation war nur bedingt vorhanden. Eine Situation wie damals gibt es heute eigentlich gar nicht mehr. Weil ich Maurer gelernt hatte, entschied ich mich dann, allein loszulegen.“

Bis zum Fall der Mauer war Wolfgang Liebig zunächst als Ein-Mann-Unternehmen unterwegs, während seine Frau Birgit bei der Post arbeitete. „Nach der Wende fiel den Leuten plötzlich auf, dass zahlreiche Häuser reparaturbedürftig sind. Die vielen Arbeitslosen wurden gleichzeitig zu einem großen Teil für den Bau ausgebildet. Das führte zum einen zur Gründung vieler Firmen. Bei uns standen die Arbeiter im Grunde in der Tür“, so Liebig. Bis 1997 erweiterte sich die Zahl der Mitarbeiter so auf 30. Ab 1993 begann das Unternehmen zudem, selbst auszubilden. Zwei Jahre später stieg Birgit Liebig in die Firma ein.

In den ersten Jahren profitierte das Unternehmen von der Sonderabschreibung Ost, erzählte Liebig. Investoren aus dem Westen brachten Kapital in die Region. Die Firma habe damals hauptsächlich Privathäuser gebaut und renoviert. „1992 wurden wir zudem Vertragspartner der Envia und haben Trafostationen rekonstruiert. In 13 Jahren haben wir uns um 430 Station gekümmert – zusätzlich zu unseren anderen Geschäften.“

Doch nicht nur für Envia, auch für Kaufland war das Unternehmen immer wieder tätig. „Den ersten Auftrag erhielten wir 1995. Sieben Jahre später wurden wir dann zur Vertragsfirma. Seitdem ist Kaufland unser Hauptauftraggeber. Heute erledigen wir etwa 80 Prozent unserer Arbeiten für das Unternehmen“, so Liebig. Dabei übernimmt seine Firma nicht nur Reparaturen und Modernisierungen, sondern auch sogenannte Face Lifts, wie Birgit Liebig sagt. „In Döbeln waren wir vor allem für Reparaturarbeiten zuständig. Darüber hinaus haben wir das neue Leergutlager in Waldheim gebaut“, erzählt sie.

Nicht nur in der Region Döbeln, sondern unter anderem auch schon in Potsdam, Hof, Grimma, Zwickau, Glauchau und sogar in der Nähe von Dortmund sei die Firma Liebig mittlerweile schon für Kaufland unterwegs gewesen.

Aktuell beschäftigt das Unternehmen zwei Lehrlinge, die derzeit ihre Ausbildung zum Maurer absolvieren. „Wir versuchen, jedes Jahr ein bis zwei Leute zu bekommen“, so Birgit Liebig. Nach den eigentlichen drei Lehrjahren im Bereich Hochbau könne noch ein halbes Jahr angehangen werden, um die Weiterbildung für den Trockenbau zu erhalten. „Wir sind spezialisiert auf Maurer- und Putzarbeiten. Darüber hinaus errichten wir Theken und übernehmen Fliesarbeiten sowie natürlich Trockenbau“, sagte Wolfgang Liebig. Auch in Zukunft möchte er Aus- und Umbauten für Kaufland übernehmen. Dabei seien aktuell sogar einige größere Projekte in Aussicht. „Die Ausschreibungen dafür laufen gerade.“