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55 Jahre im Dienste der Stadt

Günter Schlegel ist aus dem technischen Ausschuss zurückgetreten. Als Architekt hat er zahlreiche Projekte geleitet.

© André Braun

Von Eric Mittmann

Hartha. Im Oktober 1963 war Günter Schlegel das erste Mal zu einer Sitzung des technischen Ausschusses der Stadt Hartha geladen. Damals zu einer Befragung. Die Einladung besitzt er noch immer. „Ich bin schon immer ein Sammler solcher Dinge gewesen. Der damals für das Bauwesen der Stadt zuständige Herr lebte zudem als Mieter in unserem Haus“, erzählt er.

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55 Jahre lang war Schlegel als ehrenamtliches Mitglied des technischen Ausschusses tätig. Aus Alters- und gesundheitlichen Gründen erklärte der 88-Jährige nun seinen Rücktritt. „Ich bin mittlerweile nicht mehr so einsatzfähig, wie das einst der Fall war“, sagte Schlegel. Hinzu käme ein Unfall vor drei Jahren, der ihn veranlasst habe, sein Amt „schweren Herzens“ niederzulegen. „Ich erlitt einen Oberschenkelhalsbruch. Damit habe ich leider noch immer zu kämpfen.“ Er merke bereits, dass ihm die Arbeit im Ausschuss fehle.

Als er im technischen Ausschuss anfing, habe dieser zum Großteil aus Handwerkern bestanden. Schlegel, studierter Bauingenieur und bis 1973 als Architekt in Chemnitz tätig gewesen, sei wegen seiner Fachkenntnisse berufen worden. Als Mitarbeiter des VE Wohnungskombinats war er unter anderem am Bau der Internate und der Buchhaltung der Akademie Freiberg, der Schraubenfabrik in Chemnitz sowie weiterer Projekte im damaligen Karl-Marx-Stadt beteiligt, darunter die Errichtung des Ambulatoriums im Stadtzentrum sowie der Wiederaufbau des zentralen Platzes. „Wir haben auch die Ölspaltfabrik und Heizhäuser gebaut. Der Chefarzt des Ambulatoriums ist später ein guter Freund von mir geworden. Als wir das gebaut haben, sind wir sogar noch rumgefahren, um Möbel für die Einrichtung zu bekommen.“

Trotz seiner Tätigkeit in Chemnitz blieb Schlegel seiner Heimat stets treu. „Ich bin in Hartha geboren und aufgewachsen. Ich habe auch jede Sitzung des technischen Ausschusses miterlebt, wenn ich nicht gerade krank war. Ich wollte nie etwas verpassen“, so Schlegel.

Darüber hinaus pflege er eine besondere Verbindung zu Harthas Fußballverein. „Ich war aktives Mitglied des BC, bis hinauf in die alten Herren. Heute ist noch mein Sohn dabei.“ Selbst bei Wind und Regen sei er zu den Spielen gegangen. „Wenn die Temperaturen und das Wetter es zulassen, gehe ich auch heute gern noch hin. Mittlerweile muss ich aber etwas vorsichtiger sein.