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Abschiebung geht schief

Noch hat sich die Aufregung um eine zur Hälfte abgeschobene Familie aus Riesa nicht gelegt, da startet man einen neuen Versuch.

© E. Weser

Von Christoph Scharf

Riesa. Gleich drei größere Polizei-Einsatzfahrzeuge parkten am Donnerstagmorgen auf dem Riesaer Boulevard. Der Grund: eine Abschiebung, die allerdings schief gegangen ist. So sagt es ein Polizist – und verweist an die zuständige Behörde. Bei der Landesdirektion bestätigt man nachmittags nur, dass die Aktion zu einer Sammelrückführung nach Mazedonien und Serbien gehört, die noch laufe. Dafür würden „zahlreiche Personen“ von ihren Wohnorten abgeholt. Die Frage, warum die Maßnahme in Riesa misslungen ist, will man nicht beantworten. Allerdings werde man zu gegebener Zeit neue „Rückführungsmaßnahmen“ organisieren. Diese kommen – so wie die vom Donnerstag – unangekündigt: Dabei bezieht sich die Behörde auf eine Gesetzesregelung, die seit Oktober gilt. Seitdem sei es verboten, den Betroffenen Abschiebungen anzukündigen.

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Gleichzeitig teilte das Innenministerium am Donnerstag mit, dass in den vergangenen beiden Tagen mit zwei Sammelchartermaschinen 262 abgelehnte Asylbewerber nach Albanien, Serbien und Mazedonien abgeschoben wurden. Nach Mazedonien war aus Riesa erst vor Kurzem die Hälfte einer Großfamilie ausgeflogen worden, die andere Hälfte ist untergetaucht.