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Abwahl von Duisburgs OB höchst fraglich

Adolf Sauerland sitzt immer noch fest im Sattel. Die Bürger könnten ihn abwählen – werden aber wohl gar nicht erst gefragt.

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Duisburg. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) braucht trotz der Vorwürfe nach der Loveparade-Katastrophe derzeit keine Abwahl zu fürchten. Nach jetziger Lage der Dinge werde die CDU-Fraktion einen Abwahlantrag geschlossen ablehnen, sagte ein CDU-Ratsmitglied. Hinzu kämen drei Stimmen aus anderen Fraktionen, die sicher für Sauerland seien.

Für eine Abwahl wäre im Stadtrat eine Zwei-Drittel-Mehrheit der 75 Mandatsträger erforderlich. Die CDU hat 25 Sitze; hinzu kommt normalerweise die Stimme des Oberbürgermeisters als Ratsvorsitzendem. Dann würden die Bürger gar nicht erst gefragt. Ohnehin könnte der Rat Sauerland nur dann ohne Bürgerentscheid absetzen lassen, wenn der OB sich seinem Votum freiwillig beugen würde.

Mehr Hilfe für die Opfer

Die Opfer bekommen nun mehr Hilfe: Die Landesregierung unterstützt sie mit einer Million Euro. Neben dem Hilfsfonds stellt sie auch einen Ombudsmann bereit, um den Hinterbliebenen beim Kontakt mit Behörden oder Versicherungen zu helfen. Bereits letzte Woche hatten der Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller und die Axa-Versicherung einen Soforthilfefonds in Höhe von einer Million Euro eingerichtet.

NRW-Innenminister Ralf Jäger und der Inspekteur der Schutzpolizei in NRW, Dieter Wehe, werden heute dem Innenausschuss des Landtags polizeiliche Zwischenergebnisse zu der Katastrophe vom 24. Juli vorstellen. Da die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft andauern, sind aber keine wesentlichen Enthüllungen zu erwarten. (dpa)