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Ärger auf der Otto-Walther-Straße

Dass die Straße Umleitungsstrecke ist, gefällt nicht jedem Anwohner. Es gibt noch ein weiteres Problem.

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© Kristin Richter

Von Mareike Huisinga

Pirna. Eigentlich ist die Otto-Walther-Straße eine ruhige beschauliche Trasse für Anlieger. Doch jetzt nicht mehr. Da die Rottwerndorfer Straße derzeit streckenweise wegen Bauarbeiten gesperrt ist, wurde die Otto-Walther-Straße als Umleitungsstrecke ausgeschildert. Mit der Ruhe ist es damit jedenfalls vorbei. Zahlreiche Autos nutzen täglich die Umleitung. Oft stauen sich die Fahrzeuge an der Einmündung zur Rottwerndorfer. „Alles fährt momentan hier lang, denn das ist jetzt ja Hauptstraße. Wir kommen kaum noch aus unseren Grundstücken heraus“, sagt Anwohnerin Angela Kaulfuß verärgert.

Dabei bringt sie am meisten in Rage, dass viele Autos viel zu schnell auf der Strecke fahren. Erst vor Kurzem wurde sie Zeugin einer groben und gleichermaßen gefährlichen Rücksichtslosigkeit. Denn am Eingang der Otto-Walther-Straße befinden sich das Wohnheim für behinderte Kinder und Jugendliche sowie ein Kindergarten. „Bewohner oder Besucher wollten die Straße überqueren. Sie hatten kaum eine Möglichkeit, weil der Verkehr so dicht war. Angehalten hat auch keiner. Im Gegenteil. Als sie über die Straße wollten, wurden sie auch noch angehupt“, berichtet Angela Kaulfuß empört.

Nicht nur sie ist genervt. Auch Christian Fischer kritisiert die aktuelle Verkehrssituation. Er wohnt seit 2003 an der Otto-Walther-Straße. Aus seiner Sicht ist das Parkverbot in den Parkbuchten nicht plausibel. „Es ist vollkommen unklar, wo man als Anwohner oder als Besucher sein Auto abstellen soll“, ärgert er sich und versucht es mit Ironie: „Aufgrund des Verbots müsste man derzeit eigentlich sein Auto mit ins Haus nehmen, da die sonst von manchen genutzten Ausweichmöglichkeiten, wie zum Beispiel Aldi-Parkplatz und Parkplatz der Sparkasse, nur Kunden und Mitarbeitern zur Verfügung stehen.“

Die angespannte Parksituation ist allerdings nicht sein einziges Problem. In Übereinstimmung mit Angela Kaulfuß stellt auch Fischer fest, dass es oftmals zu Raserei kommt. „Autos, darunter auch Lkws, fahren mit teils mehr als 50 Stundenkilometern auf der für derartigen Verkehr nicht ausgelegten Straße.“ Deshalb hätte er für die Interimszeit als Umleitungsstrecke eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h auf der Otto-Walther-Straße begrüßt. Er habe die Stadtverwaltung Pirna bereits über die Zustände informiert.

Das bestätigt Stadtsprecher Thomas Gockel. „Wir werden uns zeitnah mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes die Situation vor Ort ansehen und gegebenenfalls die Parkregeln ändern. Es sei auch denkbar, dass die Stadt Geschwindigkeitskontrollen durchführen wird. Die Umleitung dauert noch bis Mitte Oktober. Grund für die Sperrung der Rottwerndorfer Straße ist die Verlegung von Fernwärmeleitungen im Auftrag der Stadtwerke Pirna.

Aber es gibt an der Otto-Walther-Straße noch ein ganz anderes Problem. Ein hellblauer Ford Kombi steht verwaist in einer der Parkbuchten. Nummernschilder gibt es nicht, und die Motorhaube ist eingedrückt. Scheibenwischer? Fehlanzeige. Will hier jemand die Verschrottungsgebühren sparen? Das wäre in der Region Pirna ja leider kein Einzelfall. Die Stadtverwaltung Pirna hat bereits Kenntnis von dem Ford und ist an dem Fall dran. Laut Gockel handelt es sich bei dem Auto um ein Unfallfahrzeug, das nicht mehr von alleine bewegt werden kann. Das Rathaus hat den Halter schon angeschrieben, mit der Aufforderung, sein Fahrzeug zu entfernen. „Kommt er dieser Aufforderung nicht nach, lösen wir den Auftrag aus und stellen die Kosten dem Fahrzeugeigentümer in Rechnung“, erklärt Gockel.