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Ärger in Ziegenfauze

Das kleine Örtchen hat einen originellen Namen –  und ein ebenso originelles Ortsschild. Doch das ist jetzt verschwunden.

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© Foto: panoramio.com/Paul Toto

Von Carmen Schumann

Malschwitz. Lange Zeit war Ruhe. Doch es ist nicht das erste Mal, dass das Ortseingangsschild von Ziegenfauze abhanden gekommen ist. Bereits zwei Jahre, nachdem Einwohner erstmals ein besonderes Schild für ihren Ort aufgestellt hatten – vor 18 Jahren war das – wurde dieses gestohlen und später durch ein neues ersetzt. Und nun haben Diebe wieder zugeschlagen.

Anfang Juli verschwand die Tafel mit dem lustigen Ziegen-Motiv samt Stange spurlos. Wie Anwohner Renaldo Bartling, auf dessen Initiative seinerzeit das Schild erstmals aufgestellt wurde, sagt, erstattete er unverzüglich Anzeige beim Ordnungsamt und bei der Polizei. Von eventuellen Fahndungserfolgen hat er bis jetzt keine Nachricht erhalten. Er gibt sich da auch keinen Illusionen hin und hat bereits erste Schritte unternommen, damit Schild Nummer Drei bald aufgestellt werden kann. Zum Glück habe der Grafiker Steffen Rimpl aus Löbau, der die Zeichnung seinerzeit entworfen hatte, das Motiv noch in seinem Archiv. So kann relativ unkompliziert ein neues Schild hergestellt werden. Rund 300 Euro wird das nach Auskunft von Renaldo Bartling kosten. Er ist froh, dass sich einige Gewerbebetriebe aus der Gemeinde bereiterklärt haben, Geld zu spenden. Und die Gemeinde Malschwitz habe ihm zugesagt, die Stange zu sponsern, an der die Tafel befestigt ist. So ist Renaldo Bartling guten Mutes, dass auch in diesem Jahr wieder das Schildfest gefeiert werden kann, welches alljährlich am 2. Oktober stattfindet. Dabei lassen die dreizehn Bewohner von Ziegenfauze sich und ihr Schild hochleben. Und am Tag danach, dem Tag der Deutschen Einheit, feiern sie zusammen mit Nachbarn aus Wartha, Lömischau, Zimpel und Tauer das sogenannte Wackelsteinfest an einer Distanz-Säule mitten im Wald.

Reisebusse halten am Schild

Obwohl sich der Ort Ziegenfauze am Ende einer Sackgasse befindet, sei er durch das originelle Schild ziemlich bekannt geworden. Denn erstens führt hier der Spreeradweg entlang und zweitens kämen laut Auskunft von Renaldo Bartling sogar ganze Reisebusbesatzungen hier vorbei, um sich das Schild anzuschauen. Wie der Name „Ziegenfauze“ entstanden ist, dafür gibt es laut „Oberlausitzer Hausbuch“ aus dem Jahr 2000 keine endgültige Erklärung. Man nimmt an, dass er daher kommt, dass die Leute hier Ziegen hielten und irgendwann einmal einer Ziege, die nicht zum Bock wollte, eine Ohrfeige, oder auf Ostsächsisch eine „Fauze“ versetzten.