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Ärger um volle Papiercontainer

Anwohner wissen nicht, wohin mit Paketen und Altpapier. Die Stadt verschickt nun Knöllchen.

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© René Meinig

Von Julia Vollmer

Ungläubig blicken dieser Tage einige Neustädter, wenn sie ihre Briefkästen öffnen und darin Post von der Stadtverwaltung finden. 20 Euro Bußgeld für „nicht sachgemäße Entsorgung“ ihres Müll sollen sie zahlen. Die meisten von ihnen wollten ihre Pakete, sei es von Zalando, Amazon oder der Oma in den Papiercontainer am Alaunpark oder anderen Containern in der Neustadt entsorgen – doch diese seien restlos überfüllt, beschweren sich die Anwohner. Also haben sie diese auf den Container gestellt, doch das ist verboten. Auch wenn die Pakete noch zur Hälfte rausschauen, kann ein Knöllchen kommen.

Wie oft werden die Altpapier-Container geleert?

Am Alaunpark gibt es drei Wertstoffstandplätze mit Containern für Pappe und Knüllpapier. Diese werden mindestens dreimal wöchentlich geleert, bei Bedarf auch öfter, sagt die Stadt. Einen ähnlichen Rhythmus haben auch die anderen Standorte in der Stadt. Die Wertstoffcontainer für Pappe und Knüllpapier werden je nach Bedarf drei- bis fünfmal wöchentlich geleert, so das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Die Wertstoffcontainer für Zeitungen und Zeitschriften werden in der Regel einmal wöchentlich geleert. Die Leerungen erfolgen durch private Entsorgungsunternehmen, bei Altpapier im Auftrag der Stadt und bei Altglas im Auftrag der Dualen Systeme.

Welche Strafe wird fällig, wenn Pappe oder Papier falsch entsorgt wird?

Wenn der Verursacher ermittelt werden kann, zum Beispiel durch den Adressaufkleber auf dem Paket oder der Zeitung, muss er je nach Umfang ein Bußgeld zwischen 20 und 75 Euro zahlen.

Wie viele Strafzettel wurden in diesem Jahr schon verschickt?

Im Jahr 2017 wurden bisher schon 288 Bußgeldbriefe verschickt. Im vergangenen Jahr waren es 518. Weiter kann das Amt nicht zurückblicken. Denn laut Gesetz müssen personenbezogene Daten in diesen Fällen nach zwei Jahren gelöscht werden.

Kann ich mir eine Papiertonne auch ins Grundstück stellen?

Auf jeden Fall, rät Susanne Kirsch von der Stadtreinigung. Mieter können einfach dem Vermieter Bescheid geben, wenn noch keine Papiertonne vorhanden ist. Dieser kann sie kostenfrei bestellen. Auch die Entsorgung kostet nichts. Gleiches gilt für Hausbesitzer.

Wie stark ist der Alaunpark selbst mit Papier vermüllt?

Immer wieder gab es in den vergangenen Jahren Ärger um die verdreckten Wiesen, Parkbesucher ließen Papier und Essensreste liegen. Ortsamtsleiter André Barth zieht für dieses Jahr ein positives Fazit. Seine Aktion „Sauberer Alaunpark“ mit zusätzlichen Mülltonnen sei wie in den Vorjahren gut angenommen worden. Hinterließen die Besucher 2015 noch 383 Kubikmeter waren es in diesem Jahr nur noch 332. „Viele nehmen ihren Müll wieder mit nach Hause, das ist ein gutes Zeichen“, sagte Ortsamtschef André Barth.

Gibt es den Ärger um volle Tonnen nur in der Neustadt?

Nein, auch die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt kennt das. „Leider haben wir immer wieder große Probleme mit überfüllten Papiercontainern“, so der Großvermieter. Die Beräumung von falsch abgestellten Paketen verursache unnötige Betriebskosten. Die WGJ empfiehlt ihren Mietern, das Altpapier bei überfüllten Papiercontainern zu den öffentlichen Sammelplätzen zu bringen. Ob die Kunden da mehr Glück haben, bleibt offen. Außerdem sollen große Kartons vorher zerschnitten oder flach gefaltet werden.

Wie sind die Regeln und Strafen bei der Entsorgung von Altglas?

Ähnlich wie beim Altpapier gibt es auch hier Vorschriften, diesmal aus der Polizeiverordnung. Um die Nachbarn, die neben den Containern wohnen, nicht zu belästigen, dürfen Flaschen nur Montag bis Freitag jeweils von 7–19 Uhr am Sonnabend von 7–13 Uhr und 15–19 Uhr eingeworfen werden. An Sonn- und Feiertagen ist das verboten. Richtig teuer wird es für Diejenigen, die sich nicht daran halten. Es können bis zu 1 000 Euro Bußgeld fällig werden.

Wie viel Müll produziert der Dresdner jedes Jahr?

Rund 74 500 Tonnen Restmüll sind im vergangenen Jahr in der Stadt zusammengekommen. Das macht rein rechnerisch jährlich 137 Kilogramm pro Einwohner. Außerdem wurden 24 900 Tonnen Bioabfälle und knapp 16 000 Tonnen Papier und Pappe entsorgt.