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Affen für den Wildpark

Die erste Hürde für die Ansiedlung ist genommen. Nun ist das Landratsamt in Pirna am Zug.

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© dpa/Holger Hollemann

Von Maik Brückner

Geising. Erst waren es die Alpakas. Dann sind die Erdmännchen zum Besuchermagnet im Wildpark Osterzgebirge geworden. Bald wird sich die Hitliste noch einmal ändern. Denn Wildparkleiter Frank Gössel plant die Ansiedlung einer kleiner Affenkolonie. „Wir wollen uns fünf Tiere anschaffen, da spricht man wohl von einer Gruppe“, erklärt der Wildparkleiter.

Wildparkleiter Frank Gössel zeigt, wo das Winterquartier für die Affen entstehen soll.
Wildparkleiter Frank Gössel zeigt, wo das Winterquartier für die Affen entstehen soll. © Egbert Kamprath
Das neue Quartier soll über einen Steg mit dem Gehege verbunden werden.
Das neue Quartier soll über einen Steg mit dem Gehege verbunden werden.

Die Planungen sind schon ziemlich konkret. Die Affen sollen in das Gehege einziehen, in dem derzeit die Ziesel wohnen. Von hier aus sollen sie über einen Steg über den Köpfen der Besucher zu ihrem Winterquartier – einer noch zu bauenden Holzhütte – turnen können. Die Tiere sollen den Eingangsbereich lebendiger machen, sagt Gössel. Die Anregung dazu hat er bei einem seiner Zoobesuche bekommen. Auch dort „tanzten“ Affen am Eingang. Gössel fand das ganz lustig. Die passenden Tiere dazu hat er auch schon: Kapuzineraffen. „Die sind klein und bewegen sich gern“, sagt er. Und das sollen die Besucher auch gut sehen können.

Neues Kassenhaus geplant

Damit die Affen beim Laufen zwischen der Hütte und dem Gehege nicht runterfallen oder gar auf die Besucher springen, wird der Steg mit Maschendraht ummantelt sein. Gössel ist zuversichtlich, dass die Affen dem Wildpark guttun werden. Gleiches erhofft er sich vom neuen Kassenhäuschen. Eine viermal fünf Meter große Hütte soll das bestehende Kassenhaus ablösen. „Sie wird  größer sein“,  sagt  Gössel.  Der Wildpark wird mehr Souvenirs anbieten können. Und die Besucher werden – anders als jetzt – in die Hütte reingehen können, um sich selbst umschauen zu können.

Um die Pläne realisieren zu können, braucht der Wildpark rund 69 100 Euro. „Wir hoffen auf eine Förderung aus dem Programm Leader“, sagt Gössel. Und die Zeichen dafür stehen nicht schlecht. Die erste Hürde hat das Vorhaben bereits genommen. Der Koordinierungskreis der Region „Silbernes Erzgebirge“ hat den Antrag positiv bewertet, sagt Mitarbeiterin Veronika Schlottke. Nun kann der Wildpark den Förderantrag beim Landratsamt stellen. Das soll in den nächsten Tagen passieren. Gössel rechnet damit, dass der Wildpark 70 Prozent der Baukosten erstattet bekommt. Die restlichen 30 Prozent werde der Wildpark zusammen mit der Stadt Altenberg aufbringen. Sollte der Fördermittelantrag noch in diesem Jahr bewilligt werden, möchte Gössel die Arbeiten im Winter ausschreiben. Im Frühjahr sollen beide Hütten aufgestellt werden.

Die Affen könnten dann einziehen. Woher die Tiere kommen werden, möchte Gössel noch nicht verraten. Kein Geheimnis ist, weshalb sich der Wildpark Affen anschafft: Die Einrichtung feiert im nächsten Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Und da passt eine neue Attraktion gut zum Programm. Und es gibt noch einen zweiten Grund. Der Wildpark, der Teil der Stadt Altenberg ist, versucht, seine Ausgaben selbst zu erwirtschaften. Das schafft der Wildpark auch, denn er hat viele Förderer und Sponsoren. Auch die Besucher tragen wesentlich dazu bei, dass Geld in die Kasse kommt. Je größer deren Zahl ist, desto einfacher ist es, die Anlage zu bewirtschaften. Seit Jahren ist es dem Wildpark gelungen, die Besucherzahlen konstant hochzuhalten. 2014 wurden 60 324 Besucher gezählt – bisher der Besucherrekord, ein Jahr später kamen 59 200 Besucher. Aufgrund des wechselhaften Wetters rechnet Gössel, dass der Wildpark 2016 einen neuen Besucherrekord aufstellen wird.

Wildpark täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.