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Aldi öffnet im August

© Daniel Schäfer

Der Discounter errichtet an der Rennerstraße in Pirna einen neuen Markt. Der wird nicht so sein, wie die Kunden heute Aldi kennen.

Von Thomas Möckel

Pirna. Das Gelände an der Rudolf-Renner-Straße in Copitz war bis vor Kurzem noch eine Brachfläche, inzwischen ist aber in Ansätzen sichtbar, was hier entstehen wird. Bauarbeiter haben tiefe Löcher ausgehoben, in denen Betonsäulen stecken, auf ihnen liegen schon die ersten Querträger. Auf dem Eckgrundstück direkt an der Einfahrt zum Herder-Gymnasium errichtet Aldi einen neuen Supermarkt – zur Freude jener, für die sich Einkaufswege verkürzen, allerdings sehr zum Ärger der direkten Anwohner. Die SZ fasst den aktuellen Stand zusammen.

Wann soll der neue Aldi-Markt in Copitz eröffnet werden?

Die Stadt Pirna erteilte dem Discount-Riesen im vergangenen Jahr die Baugenehmigung für den neuen Markt an der Rennerstraße. Am 5. Februar 2018 begann das Bauunternehmen Otto Quast aus Radeburg damit, den Supermarkt zu errichten. Nach Auskunft von Aldi-Nord soll der Laden im August dieses Jahres fertig sein und eröffnet werden.

Nach welchem Konzept errichtet Aldi den neuen Supermarkt?

Laut des Discounters umfasst die Verkaufsfläche 800 Quadratmeter. Gebaut wird das Geschäft nach dem neuen „ANIKo“ – Aldi Nord Instore Konzept. Nach Aussage von Aldi-Sprecherin Verena Lissek bedeutet das für die Kunden großzügige Fensterfronten, ein helles Licht- und Farbkonzept sowie breitere Gänge als bisher üblich. Anhand einer neuen Beschilderung sollen sich die Einkäufer zudem besser orientieren können. Auch das Sortiment erweitert der Discounter: Vor allem das Angebot bei frischer Ware – unter anderem Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Backwaren und Bio-Produkten wird ausgebaut. Auf dem Dach errichten Fachleute eine Photovoltaik-Anlage. Rings um den Markt entstehen 64 Kundenparkplätze.

Warum ist der neue Supermarkt umstritten?

Heftig diskutiert wurde schon vor einigen Jahren, ob Aldi überhaupt an diesem Standort bauen darf. Gemäß des vom Stadtrat beschlossenen „Pirnaer Zentren- und Einzelhandelskonzept“ sind zentrenrelevante Einzelhandelsbetriebe – wie der Aldi-Markt einer ist – grundsätzlich nicht erlaubt. Die Abgeordneten stimmten allerdings einer Ausnahmeregelung zu, sofern der Discount-Riese die Verkaufsfläche auf maximal 800 Quadratmeter begrenzt und den bisherigen Standort an der Radeberger Straße in Jessen aufgibt. Bei vielen Anwohner kommt das gar nicht gut an. Sie kritisieren, dass sich der Baukörper später überhaupt nicht in die gewachsene Bebauung an der Rennerstraße einfügt. Auch können einige nicht nachvollziehen, wieso angesichts schon einer hohen Einzelhandelsdichte um Umkreis noch ein neuer Markt nötig sein soll. Direkte Anwohner befürchten eine große Lärmbelästigung aufgrund des Liefer- und Kundenverkehrs. Und Elternrat sowie Schulleitung des angrenzenden Herder-Gymnasiums haben die Sorge, dass sich vor allem zu Schulbeginn und zum Unterrichtsende Schüler und Lieferverkehr auf der engen Zufahrtsstraße allzu sehr ins Gehege kommen.

Können die Aldi-Parkplätze auch anderweitig genutzt werden?

Der fraktionslose Stadtrat Tim Lochner hatte in der Stadtratssitzung im Januar angefragt, ob die Stadt bereits mit Aldi verhandelt habe, dass die Parkplätze außerhalb der Ladenöffnungszeiten auch anderweitig genutzt werden könnten – beispielsweise für Veranstaltungen in der Herderhalle. Laut des Rathauses habe man diesbezüglich noch keine Gespräche mit Aldi geführt – hauptsächlich deswegen, weil für den Parkplatz strenge Lärmschutzregeln gelten, die ein massenhaftes nächtliches An- und Abfahren möglicherweise unmöglich machen.

Was wird aus dem bisherigen Aldi-Markt in Jessen?

Sobald der neue Laden fertig ist, gibt Aldi den Markt in Jessen auf – das war eine der Bedingungen, unter denen der Neubau gestattet wurde. Was aber mit dem alten Geschäft wird, hat der Discounter nach eigener Aussage noch nicht final entschieden. Nach Auskunft des Pirnaer Rathauses habe auch die Stadt derzeit keinen konkreten Plan für das Gelände, zumal es ja noch Aldi gehört. Laut des geltenden Bebauungsplanes sei auf dem Areal sowohl nichtstörendes Gewerbe als auch eine Wohnbebauung möglich – aber kein zentrenrelevanter Einzelhandel mehr.