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Als die Krankengymnastik erfunden wurde

Eine kleine Ausstellung auf Schloss Burgk in Freital befasst sich mit der Medizinhistorie. Am Sonnabend gibt es eine kostenlose Führung.

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© Ansicht: Physio-In

Von Tobias Winzer

Freital. Massagen, Gymnastik mit Gummibändern und Muskelaufbau an Sportgeräten – das, was für uns heute nach einer Verletzung selbstverständlich ist, hat eine noch nicht lange Historie. Vor genau 100 Jahren beschloss der sächsische Landtag, im Rahmen der staatlichen Krankenschwestern-Ausbildung das Prüfungsfach Krankengymnastik und Massage einzuführen. Dieses Jubiläum ist nun Anlass für eine kleine Ausstellung, die noch bis 22. Oktober im Schloss Burgk zu sehen ist. Auf Tafeln wird erklärt, wie sich die Physiotherapie anschließend entwickelt hat und wo in Freital es Hinweise auf die Anfänge der Bewegung gibt.

Für Interessierte an der Ausstellung gibt es am Sonnabend eine besondere Gelegenheit. Brigitte Böttcher, die die Schau mit ihrem Verein Physio-In und den Städtischen Sammlungen Freital entwickelt hat, führt persönlich durch die Ausstellung. Nach einem kurzen Vortrag zum Einstieg wird die Bannewitzerin die Inhalte der einzelnen Schautafeln erläutern. „Wer nicht so tief in dem Thema drinsteckt, dem hilft es sicher, wenn man die Tafeln erklärt bekommt“, sagt sie. Die Führung beginnt 11 Uhr und soll etwa eine Stunde dauern. Neben dem normalen Eintritt für die Ausstellung gibt es keine Extra-Kosten.

Der Verein Physio-In hat sich 2005 gegründet. Den Mitgliedern geht es darum, die Geschichte der Krankengymnastik in Dresden und Umgebung bekannter zu machen. Außerdem macht sich der Verein für die Gesundheitsförderung an Schulen stark. Böttcher selbst hat jahrelang selbst ein solches Projekt an einer Schule geleitet.

Der inhaltliche Bogen der Ausstellung spannt sich über die 1919 eröffnete „Staatsanstalt für Krankengymnastik und Massage“ im Dresdner Taschenbergpalais bis hin zur modernen Physiotherapie-Ausbildung in der DDR. Fakten über den Naturheilkundler Hermann Wolf schaffen die Verknüpfung in die Freitaler Region. Der bei der Bevölkerung als Wasserdoktor populär gewordene Volksschullehrer, Publizist und Kommunalpolitiker sorgte unter anderem für die Gründung eines Familien-Freizeitbades am Südhang des Windberges, das heute als Windi bekannt ist. Außerdem initiierte er den Aufbau der Gartensparte am Windberghang. Fotos, Dokumente und Gegenstände veranschaulichen das Thema.

„Die Anfänge sächsischer Krankengymnastik und Physiotherapie“, bis 22. Oktober auf Schloss Burgk, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 13 bis 16 Uhr, Sonnabend, Sonntag und Feiertag 10 bis 17 Uhr, Montag geschlossen