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Alles begann mit ein paar Klößen

Holm Wustmann und Marko Hampel sind mit ihrer Condor-Disco rund um Radeberg eine Legende. Vor 25 Jahren hatten sie in Großerkmannsdorf ihren ersten gemeinsamen Auftritt. Jetzt wird gefeiert.

© Willem Darrelmann

Von Jens Fritzsche

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Auf die Klöße werden sie diesmal verzichten müssen. Zumindest auf die Originalen, die aus dem Großerkmannsdorfer Erbgericht. Das ist bekanntlich längst abgerissen. Aber in Großerkmannsdorf werden Holm Wustmann und Marko Hampel Freitagabend trotzdem feiern. Auch ohne die originalen Klöße.

Denn seit nunmehr 25 Jahren sind die beiden als „Condor-Disco“ in der Region unterwegs – und die Sache mit den Klößen sind dabei natürlich nur eine von zahlreichen Anekdoten, die Holm Wustmann und Marko Hampel aus diesem Vierteljahrhundert „auf Tour“ erzählen können. Und um es aufzuklären, diese Anekdote geht so: In der Silvesternacht 1990/91 standen die beiden im damaligen Großerkmannsdorfer Erbgericht zum ersten Mal gemeinsam als Condor-Disco auf der Bühne. Und Holm Wustmann kann sich noch genau an diese Premiere erinnern: „Ich war so aufgeregt, dass ich schon Tage vorher nichts mehr essen konnte – aber Marko hat ganz gelassen die Klöße reingeschaufelt“, erzählt er immer wieder gern…

Legendäre Moderationen bei Festumzug

Mittlerweile haben sich „Plappermaul„ Holm Wustmann und sein Techniker Marko Hampel durchaus so etwas wie Legendenstatus in den Tanzsälen der Region erarbeitet. Es gibt nicht wenige rund um Radeberg, die der Meinung sind, Wustmann könne auch einfach das Telefonbuch vorlesen und ein rappelvoller Saal würde vor Lachen auf dem Boden liegen. Einen Versuch wäre das Ganze ja vielleicht mal wert? Legendär sind jedenfalls auch die Moderationen Holm Wustmanns beim alljährlichen Festumzug zum Radeberger Bierstadtfest. Denn dann weiß er nicht nur jede Menge Hintersinniges über die einzelnen Wagen in der Schlange zu erzählen, sondern hält die dicht gedrängt am Straßenrand stehenden Schaulustigen auch dann bei bester Laune, wenn mal irgendwie Festumzugs-Stau ist und sich nicht wirklich viel bewegt.

Besondere Beziehung zu Leppersdorf

Wenn Freitagabend nun Jubiläum gefeiert wird, dann werden sicher auch jede Menge Gratulanten aus Leppersdorf „rüber“ nach „Erksdorf“ kommen. Denn auch zu Leppersdorf hat die Condor-Disco eine ganz besondere Beziehung: Hier nämlich sorgen sie nunmehr 20 Jahren regelmäßig für die Musik zum Dorffest. Eine Beziehung, die Holm Wustmann jüngst mal so beschrieb: „Wir sind in Leppersdorf mittlerweile so verwurzelt, dass wir hier außer bei Beerdigungen und Scheidungen eigentlich auch auf jeder Familienfeier in Leppersdorf für die Musik zuständig sind…“ Kein Wunder also, dass die Party zum 20. Jubiläum der Condor-Disco vor fünf Jahren beim Leppersdorfer Dorffest stieg. Und vor gut einem Monat sah man Holm Wustmann sogar mal als Weihnachtsmann durch Leppersdorf rollen – bei der traditionellen Lichterfahrt am Vieren Advent nämlich tuckerte er auf einen hell erleuchteten Trecker durchs Dorf. „Auch das Motorgeräusch ist wie Musik“, kommentierte Holm Wustmann dann für den SZ-Reporter mit einem Augenzwinkern.

Derzeit ganz närrisch unterwegs

An den nächsten Wochenenden ist die Condor-Disco übrigens fest ausgebucht. Dann steppt wieder sprichwörtliche Bär beim Großerkmannsdorfer Karneval in der diesmal zum Kurbad umgebauten Turnhalle des Radeberger Ortsteils. Denn das Thema des diesjährigen Erksdorfer Karnevals ist ja bekanntermaßen das Thema Wellness – und Großerkmannsdorf, so die närrische Idee, war sogar jüngst eine Heilquelle gefunden worden und rund um die dreht sich nun das karnevalistische Programm der Großerkmannsdorfer Narren. Und neben der traditionellen Live-Band beim Großerkmannsdorfer Fasching sorgt eben auch – und auch das traditionell – die Condor-Disco für den Soundtrack der Partys.

Wobei Holm Wustmann dann nicht nur als närrischer DJ, sondern auch närrischer Schauspieler zu erleben sein wird. Lange Jahr war Holm Wustmann zudem Kulturminister im Elferrat des Großerkmannsdorfer Karnevalsvereins – und ist nach wie vor „Mister Mikrofon“, wenn die Narren etwas zu sagen haben. Wie am 11.11. erst wieder, als Holm Wustmann am Radeberger Rathaus beim traditionellen Strum der Großerkmannsdorfer Narren auf die Stadtverwaltung für den wegen einer beruflichen Weiterbildung „außer Gefecht gesetzten“ Vereinschef Michael Müller einsprang und Radebergs OB Gerhard Lemm den Rathausschlüssel entriss. Wobei auch hier gilt: Zuvor „quatschte“ Holm Wustmann die Stadtverwaltung sozusagen sturmreif …

Auch Freitagabend werden Holm Wustmann und Marko Hampel eine Menge zu sagen haben. Wohl ganz oft den Satz: „Schön, dass Du da bist!“ Sicher werden es sich eine Menge Freunde, Bekannte und auch Fans nicht nehmen lassen, persönlich zum Gratulieren vorbei zu kommen. Und ganz sicher muss Holm Wustmann dann auch wieder die Anekdote mit den Klößen erzählen. Als damals, vor nun 25 Jahren in Großerkmannsdorf alles begann…