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Alte Turnhalle unter dem Hammer

Der Stadtrat hat das Rabenauer Gebäude an den Meistbietenden verkauft. Was wird nun daraus?

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© Karl-Ludwig Oberthür

Von Annett Heyse

Rabenau. Die Geschichte des alten Rabenauer Sportsaals bekommt ein neues Kapitel hinzugefügt. Jetzt gehört das Haus auf der Nordstraße nämlich nicht mehr der Stadt, sondern ist Eigentum eines Handwerkers. Mario Hustig, der in der Stuhlbauerstadt einen Malereibetrieb betreibt, hatte bei der Stadt das höchste Kaufangebot eingereicht. Für 200 000 Euro trennt sich Rabenau von der Halle und dem dahinterliegenden Hartplatz.

Die Sportler werden es verschmerzen können. Denn der alte Sportsaal wurde seit der Eröffnung des Neubaus am Stadion ohnehin nur noch sporadisch genutzt. So feierte der Elferrat darin Karnevalsauftakt und die Oelsaer Sportler wichen auf die Nordstraße aus, als ihre eigene Halle saniert wurde. Zudem diente der Sportsaal als Interimsquartier, nachdem die Halle am Stadion wegen eines Gewittergusses im Sommer 2014 von Schlammwasser geflutet wurde. Zwischenzeitlich gab es auch die Idee, den Komplex zu einem Vereinszentrum umzubauen. Allerdings hat die Stadt für solche Feierlichkeiten bereits das Haus des Gastes in Oelsa. „Und zwei solcher Objekte können wir uns nicht leisten“, erklärt Bürgermeister Thomas Paul (CDU).

Den Sportsaal als Ausweichquartier in der Hinterhand zu behalten, war aber keine Option – auch ungenutzt kostet das Haus der Stadt Geld. Denn im Winter müssen trotzdem die Heizungen laufen, damit die Sanitäranlagen nicht einfrieren. Dazu kommen Kosten für Versicherung, Reparaturarbeiten, Wartung, Grundsteuer. So fiel dem Stadtrat die Entscheidung, die Halle zu verkaufen, auch nicht allzu schwer.

Kein schlechter Zustand der Sporthalle

Abgegeben wird letztendlich ein innerstädtisches Grundstück in zentraler Lage mit rund 2 000 Quadratmeter Größe. Die Sporthalle ist dabei nicht im schlechtesten Zustand. Errichtet wurde sie 1890 als Saal. 1925 kamen ein Anbau für Umkleiden, Toiletten und Waschräume sowie zwei Wohnungen im Obergeschoss hinzu. Diese stehen ebenfalls seit gut sechs Jahren leer. Das Haus hat keine Wärmedämmung, dafür wurden vor einigen Jahren neue Fenster und Türen eingebaut. Insgesamt sei die Bausubstanz gut, heißt es aus dem Rabenauer Bauamt.

Das sieht auch der Käufer so. „Aus der Turnhalle kann man so einiges machen“, sagt Mario Hustig. Zunächst möchte er den Komplex als Wohn- und Gewerbeobjekt nutzen und die zwei vorhandenen Wohnungen im Kopfbau sanieren. Dazu kommt eine dritte Wohneinheit in den Räumen der bisherigen Umkleiden und Sanitäranlagen. Die Halle will er vorübergehend als Lager für seinen Malereibetrieb nutzen. Weitere Pläne für die Zukunft habe er im Kopf, möchte aber noch nicht darüber öffentlich reden.

Dabei wird es wohl auch um den Sportplatz hinter der Halle gehen. Der Innenhof hat eine Zufahrt, eine Erschließung ist unkompliziert und die Fläche im Flächennutzungsplan als Wohn- und Gewerbestandort verzeichnet. Zwei Einfamilienhäuser oder ein Mehrfamilienwohnhaus würden gut darauf passen, ebenso ein Betriebshof oder Lagerplatz.